Donnerstag, 5. Januar 2012

Tag 01: Bis zum Dach der Welt und dann ein bisschen weiter rechts!

Hallo,

es ist fast auf den Tag genau ein Jahr her, dass ich den letzten Eintrag hier geschrieben habe. Damals über eine wunderschöne und lustige Zeit gemeinsam mit super Freunden aus Schweden in Kiruna. Obwohl ich auch im vergangen Jahr viel herumgekommen bin (Holland, nochmals Schweden, Deutschland, Kroatien, etc.) um hauptsächlich diese Leute wieder zu treffen habe ich doch niemals einen Eintrag hier hinterlassen.

Nachdem es aber doch wieder mal eine längere (hauptsächlich auf die Strecke bezogen, leider :( ) Reise ist und diese mich auch noch außerhalb Europas hinbringt - insbesondere so weit in den Osten - muss wieder ein neuer Eintrag her.

Ziel dieser Reise ist Hong-Kong bzw Shenzhen, eine Provinz in den New Territories von China, gleich hinter der Grenze zu Hong-Kong. Zwar nicht nur für Urlaub sondern auch ein bisschen Arbeit, aber trotzdem :). Alleine die Anreise ist hier erwähnenswert. Der Flug von Wien nach Dubai und auch jener weiter von Dubai nach Hong-Kong war mit den Emirates. Und ich muss sagen: einfach toll. Super Essen, sehr nette und freundliche Begleitung, super Flieger. Alleine die neue Boing 777-300 mit den Unterhaltungsprogrammen und der Möglichkeit persönliche Settings usw auf einen USB Stick zu speichern fand ich schon mal super. Dass man dann noch seinen USB Stick anstecken kann um seine MP3s zu hören war genial.

In Dubai gegen 23 Uhr angekommen fand ich leider nur einen riesen Flughafen vor. Und riesig ist sehr riesig in dem Falle. Dubai ist eine andere Dimension. Alles groß und prunkvoll. Sehr protzig halt und vor allem auch modern, da noch recht neu. Auf der anderen Seite ist es sehr eigenartig, dass Leute zumindest nicht so modern wirken. Hier hätte ich dann fast noch Ruth getroffen, eine ehemalige Arbeitskollegin aus Wien. Sie hat am Flughafen auf ihren Flug zurück nach Wien gewartet und ich auf meinen Anschluss nach Hong-Kong.

Der Flug nach China war dann zwiegespalten. Einerseits sehr schön da man über das Dach der Welt fliegt und andererseits anstrengend da hinter mir ein lässtiger Chinese saß, den ich am liebsten verhauen wollt. Durfte ich aber nicht :(
Als Entschädigung dafür gabs dann einen wunderschönen Sonnenaufgang über Tibet und dem Himalay, den man aus fast 12.000m Flughöhe sehr schön sehen konnte. Und da dort die Berge ja nicht "nur" 3.000-4.000m hoch sind sondern 8.000 und höher, stehen die auch schön stramm in der Sonne, weit aus den Wolken heraus. Höhepunkt davon sind Fotos vom Mt. Everest mit seinen Kollegen herum. Traumhaft dies so zu sehen. Wirklich majestätisch ragen die Berge dort hoch über die Wolken hinaus. 8.848m hoch der größte unter ihnen. Eines steht jedenfalls nach diesem Flug fest: eine Reise nach Tibet wird es wohl auch noch geben. Das Land sieht sogar von so hoch oben noch so schön und interessant aus. An Schlaf war somit sowieso nicht mehr zu denken, zu schön war der Anblick und zu sehr war ich damit beschäftigt mir die Berge anzusehen, schließlich fliegt man beinahe eine Stunde lang am Himalaya Gebiet vorbei.

Die erste "Begegnung" mit Chinesen war also nicht sehr erfreulich, doch änderte sich dies dann sogleich am Flughafen. Ich kenne ja viele Flughäfen, aber der in Hong-Kong ist etwas eigenartig beschildert. Man findet ewig den Weg nicht zum Gepäck bis einem dies der Officer am Immigration Stand erklärt. Manche Schilder sind nur aus bestimmten Richtungen montiert, so dass man sie nur lesen kann, wenn man auch von dieser Richtung kommt, aber nicht zB wenn man von rechts kommt. Egal, jetzt kenn ich mich dort auch aus. Und die Leute vom Main-Island Limo Service waren auch sehr nett und haben mir sofort das gesagt was ich wissen wollte und mich dann auch wirklich um den Preis (160 HKD = ca. 16 EUR) vom Flughafen direkt vors Hotel gebracht. Man schaue sich diese Strecke mal an. Da ist Wien -> Schwechat ein Katzensprung dagegen und man überquert nicht dazu noch davor das Südchinesische Meer und eine Grenze zu China.

Einziges Problem dabei ist: man versteht überhaupt nix und diese Leute (zumindest die Fahrer) sprechen kein Englisch. Man kommt sich ein wenig vor wie in einem schlechten Film, wo Gefangene von A nach B transportiert werden. Man sitzt da und weiß nicht was mit einem passiert. Man hofft nur das Beste. Hat aber eh geklappt ;-)
Nach 3 Mal umsteigen, einer Immigration an der chinesischen Grenze, einmal Customs Declaration und einem verrückten Fahrer bin ich dann doch vor dem Hotel gestanden.

Auch vom Fahren her bin ich einiges gewohnt. Der Verkehr in Costa Rica oder Panama war schon verrückt, aber gegen Hong-Kong und Shenzhen fahren die dort wie die Götter und halten sich an alle Verkehrsregeln. Noch nie hatte ich so Angst dass ein Unfall geschieht wie hier. Die fahren alle wie die Wahnsinnigen. Spurwechsel über 5 Spuren - wohlbemerkt Leute von Spur 1 auf 5 und Leute von 5 auf 1 GLEICHZEITIG, hupen (und nein CK und MKK, nicht die Hupe des Tages ;-)), schreien, ich denke auch fluchen usw sind hier an der Tagesordnung. Und dies noch während der Fahrer mit dem Beifahrer anscheinend heftigst diskutiert und dazu schon alle Hände und Füße braucht. Also das er mal in den Spiegel geschaut hätte vor dem Spurwechsel hätte ich nicht feststellen können. Dafür weiß Enrico (so nenn ich ihn mal) aber wie man die Warnblinkanlage einschaltet und wie man den Rückwärtsgang einlegen kann. Live miterlebt habe ich dies auf einer Autobahnabfahrt als er draufgekommen ist, dass er die falsche erwischt hatte. Was macht ein Enrico da: richtig. Bremsen, Warnblinkanlage ein, Rückwärtsgang rein und die Abfahrt wieder zurück rauf währenddessen an ihm dann links und rechts die anderen Autos vorbeifahren. Nachdem wir dann an dem gewünschten Ort angelangt waren dankte ich dem Guten das nix passiert ist (ich glaub aber Enrico hats nicht verstanden) und ging mal ins Hotel.

Nach so einigen Stunden Flug und Anreise ist man ja recht müde und will nicht mehr viel tun außer schlafen. Also ging ich mal ins Hotel. Die Rezeption sah mal ganz ok aus und das Personal war freundlich. Leider konnte nur ein Mädchen Englisch. Also hab ich dann mal gewartet bis die da war um mich einzuchecken. Das Zimmer ist recht passabel. Ich habe schon bei weitem schlimmere Dinge erlebt und für China und diesen Preis ist es echt OK. Nur dass ein Fenster (wenn man es genau nimmt das einzige) nicht ganz zu geht weil der Hebel fehlt nenn ich mal den extremsten Mangel. Das aber bei der Rezeption jemanden zu erklären fällt etwas schwer aus. A: ich kann kein Chinesisch und B: die einzige englischsprachige ist heim gegangen.

Nachdem das Wasser hier nicht sehr lecker riecht wollte ich mir dann noch etwas Wasser holen. Da man dazu ja auch Geld braucht gehe ich also zuvor noch Geld abheben, was wider erwartens super funktioniert, und treffe dabei aber einen super netten Kolumbianer, der in den USA studiert hat und jetzt schon seit 1999 hier in China lebt. Der hilft mir dann mal grob weiter mit Richtungen zu U-Bahn usw, da mir dies auch die Leute im Hotel nicht sagen konnten. Woher auch, sie wussten ja nicht wovon ich redete als ich mit Worten wie Subway, Metro, Underground, etc. um mich warf. Miguel zeigt mir dann also noch die U-Bahn Station und auch noch einen Food-Court und dolmetscht dann auch noch das Problemchen mit dem Fenster für mich. Es gibt ja überall noch nette Leute.

Geholfen hat das mitm Fenster trotzdem nicht. Die Dame (ich nenn sie mal Konstanze) die sich das dann anschaun kam befand das als OK und meinte irgendwie (was ich zumindest so mitbekam) dass dies so gehöre. Chinesiche Baukunst mag ja ander sein, aber laut österreichischer Technik gehört dort an die Stelle wo das Loch dafür vorgesehen ist auch ein Griff hin finde ich. Konstanze schüttelte aber nur den Kopf. Tja, aber das ist eine andere Geschichte.

Ja ansonsten hat der erste Tag nix großartig neues in sich. Mit etwas chatten und surfen geht der Tag zu Ende, der schon 30 Stunden dauerte. Dabei machte ich aber noch Bekanntschaft mit der "chinesischen Auffassung von Datenschutz" aka "The great chinese FIREWALL". Was ist das nun wieder? Na googeln wir das einfach mal. Ach ja, da war was: die FIREWALL. China blockt aus Prinzip zum "Schutz" von Leuten anscheinend gerne Pages. Darunter Google, Blogspot und Facebook. Ich sag dazu nur: danke für die Erfindung des VPNs und danke an die TU für die CISCO VPNs ;-)

Der zweite Tag hier ist nun auch zu Ende. Die Konferenz hat angefangen und ist arschig kalt. Chinesen kopieren ja viel, aber eine Viessmann (schreibt man das so? googlen dauert mir jetzt zu lange. Dafür brauch ich eine VPN Verbindung) Heizung anscheinend nicht. Aber das ist eine Geschichte für einen neuen Eintrag.

Bye aus dem Land der aufgehenden Sonne.

so long,
Harald

PS: Bilder folgen später, die Connection is so langsam
PPS: wer Rechtschreibfehler findet, kann sie behalten

Dubai Airport

Da ist noch immer Weihnachten

Dubai Arriving Hall

Escalators

Dubai Airport Waiting Hall

Shopping and Duty Free at Dubai Airport

Schelcht zu sehen, aber da stehts: Mt. Everest

Himalaya Gebirge

Himalaya Gebirge

Himalaya mit dem Dach der Welt, der Mt. Everest (vermutlich ;-) )

4 Kommentare:

  1. Klingt ja sehr spannend... aber redest du Konstanze auch mit Konstanze an oder mit Fr. Konstanze? ;-) (Ich find die Namen auf alle Fälle super.)

    LG aus dem Land des stürmenden Windes

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  2. Ah, great to read that your flight went well! Enjoy week in Hongkong!!

    Laaaters,

    Mathijs

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  3. Konstanze kann das K nicht so ganz aussprechen und beim T tut sie sich auch schwer. Also bleib ich bei Mrs. K. ;-)

    @Mathijs: I will I will ;-)

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  4. is echt lustig deine geschichten zu lesen, ich war ja vor 2 jahren auch dort. falls du lachen willst geh bitte in shenzhen in einen themenpark (der zum thema "unser china" ist echt toll). dort ist glaub ich vor uns noch nie ein europäer oder überhaupt auslander hingegangen und wir waren die attraktion. in einer seitenstrasse in shenzhen durften wir auch mal auf kosten des hauses in einem restaurant speisen, so angetan waren die von uns! :) bin schon gespannt auf alle noch folgenden geschichten :)

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