Posts mit dem Label Roadtrip werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label Roadtrip werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

Dienstag, 6. August 2013

Auf zwei Rädern durch die Pyrenäen

Grüezi zsäme,

lang hats gedauert und es is ja auch schon sehr lange her, aber nun kommen endlich ein paar Zeilen zum Motorradtrip mit Alex und Thomas, nachdem mein "Fauxpas" mit der Hand ja zur "Kletter- und Hochtourenpause" zwingt. Zumindest gibts mal die Infos zur Strecke an sich, ein wenig Text und ein paar Bildchen.

Die Strecke Baden - Livorno
Von Baden in der Schweiz gings für mich am Samstag ziemlich früh los in Richtung Livorno - ich wollte schon zu Beginn einige Pässe machen und durch die Toskana fahren (da war ich eh noch nie). Über den Gotthard-Pass, wo damals noch Schnee lag bis nach Milano, und von dort dann über Parma und La Spezia Richtung Süden. Bei Berceto gings dann von der Autobahn wieder runter und über einige Pässe dort quer durch die Toskana nach Fivizzano, dann Richtung Sarzana und Massa. Die Pässe und Straßen waren traumhaft. Dort konnte man stundenlang mit dem Bike "cruisen" und es gab immer Abwechslung. Das war auch der Grund warum es dann schon recht spät war als ich in Massa ankam, und da ja die Fähre pünktlich ablegte und wir entsprechend davor dort sein mussten, entschied ich mich, über die Autobahn die letzten 60km nach Livorno zu fahren. Die Küstenstrecke an sich wäre aber sicher  lohnend gewesen, zumindest sagt das der ADAC Tourenführer.
Gotthardpass in der Schweiz

Anfang Juni noch immer tief verschneit

Toskana in der Nähe von Fivizzano

In Livorno war es dann für mich also schon recht spät. Ich kam dort ca. um 20 Uhr an. Die Fähre legte um 23:30 ab und alle Leute mit Fahrzeugen sollten entsprechend 1,5 Stunden davor dort sein um ihren motorisierten Untersatz zu verladen. Ich hatte also noch etwas "Spatze", aber die habe ich auch gebraucht: in Livorno den Hafen zu finden ist leicht. Am Hafen die richtige Fähre zu finden nicht so. So verbrachte ich also mal gut und gerne eine Stunde damit, den "Check-In" Schalter zu finden und mich und mein Bike anzumelden. Zu diesem Zeitpunkt kam mir dann in den Sinn, dass ja auch Alex und Thomas um 20 Uhr in Livorno sein wollten, bis jetzt aber noch nicht in Sicht waren. Mal ein SMS an die beiden und die Antwort lies nicht lange auf sich warten: "Wird wohl noch a Stunderl dauern". Zu dem Zeitpunkt wars aber schon 21 Uhr. Eine weitere Stunde würde also heißen dass es mit dem Verladen der Bikes von den Zweien knapp werden würde. Naja, ich konnte nun eh nichts an der Sache ändern und lies mich mal von einem Mann im Fiat zur richtigen Fähre geleiten. Nachdem unser Ziel ja Barcelona war und ich nun vor einer griechischen Fähre stand war der "Check-In-Mensch" dort auch wenig verwundert, dass ich noch zwei Mal explizit gefragt habe, ob die Fähre eh Barcelona fährt.
Tja ich bin dann mal an Bord und hab dort angefangen das Tagebuch des ersten Tages zu schreiben. Nachdem dazu das erste Corona recht schnell verdunstet ist und die andere noch immer auf sich warten liesen genehmigte ich mir noch eines. Es dauerte dann auch recht lange, bis Alex und Thomas nachgekommen sind. Kurz vor halb zwölf kamen sie dann aber endlich nach - so quasi am letzten Drücker.

Nun lag eine 24-stündige Fährenfahrt vor uns, die uns einmal quer über das Mittelmeer in Richtung Barcelona brachte. Und um so viel Zeit totzuschlagen gabs nicht so viel Angebot auf der Fähre. Ein Restaurant das wir dann auch gleich einmal testeten und später die Bar an sich. Nach der Flasche Wein zum Essen gingen die Bierchen später auch ganz zügig runter, bis wir uns dann so gegen drei Uhr am Morgen in die Kabine gingen. Ankunft in Barcelona war ja erst für 19 Uhr am Abend geplant, also hatten wir kein schlechtes Gewissen einfach ewig zu schlafen - wobei Alex das ja sowieso nie hat.

In Barcelona angekommen gings dann schnell ab zum Hotel und dort in der näheren Umgebung dann zu einer Tapas-Bar, wo wir noch schnell ein paar Bissen einworfen, bevor wir uns ins Bett begaben.

Die Pyrenäen-Rundfahrt
Nachdem wir ja bis jetzt nur zwei Fixpunkte unserer Reise kannten (Livorno mit dem Ablegen der Fähre und am Ende Barcelona mit dem Ablegen der Fähre), gings im Hotel dann mal darum, zumindest die Strecke für den ersten Tag festzulegen. Ich hatte ja eine ADAC Karte dabei die die schönsten Motorradstrecken in den Pyrenäen zeigte. Wir hielten uns also an diese Vorschläge und suchten uns als ersten Stopp Berga aus, von wo aus wir an zwei Tagen Touren unternehmen wollten. Die restliche Strecke ergab sich dann nach Gefühl und Vorlieben.
Im Groben die Strecke. Leider kann Google Maps nur 20 Wegpunkte speichern, deswegen die "grobe" Streckenführung. zB fehlen die Trips um Berga und die Strecken von Ripoll nach Berga usw. die mit Abstand die schönsten waren.

Tag 1:  Barcelona, Torello, Berga, Ripoll, Ribes, Collada de Toses, Urtx, Puigcerda, Ger, Berga
Am Anfang gings also von Barcelona weg in Richtung Norden aus der Stadt raus und dann recht direkt in Richtung Torello, von wo wir dann nach Westen fuhren um unseren ersten "Stützpunkt" in Berga zu beziehen.
Die Fahrt nach Torello ging noch größtenteils über Schnellstraßen, da wir einfach dem Gewirr auf den Straßen rund um Barcelona entkommen wollten. Von Torello weg gings dann aber über die vom ADAC Guide empfohlenen Routen nach Berga. Es war die erste Route die wir so richtig schön fahren konnten. Und um genau zu sein war die Route so schön, dass wir sie am selben Tag nochmal fuhren, und am Tag darauf, und am Ende unseres Trips nochmals. Berga und die Umgebung hats uns einfach angetan.
Neben dieser schönen einen Straße gabs um Berga rum auch die Möglichkeit schöne Pässe zu fahren, was wir auch am ersten und zweiten Tag taten.
Am ersten Tag ging es über den "Collada de Toses" in Richtung Urtx und Puigcerda, Ger und dann wieder nach Berga zurück. Der Pass war ein Traum und die Aussicht die sich dort oben bot legendär.

Unser erster Pass: schön (flott) gings da raus

In der Nähe von Ger und Urtx: Ausblick in Richtung Andorra

Abends gabs dann wie eigentlich jeden Tag ein paar Bierchen, bei denen das Erlebte auf den Motorrädern analysiert wurde und die Breite des verbleibenden Schisserstreifens zur Sprache kam. Letzterer wurde aber schon bald vernichtet, zumindest bei den 180er Reifen von Alex und mir. Thomas tat sich da etwas schwerer mit seiner 1000er und den 190er Bock drauf.

Tag 2: Berga, Sant Llorenc, Tuixen, La Seu, La Forga, Andorra la Vella, Ordino - Porta - Carol, Ur, Ribes, Ripoll, Berga
Am zweiten Tag unserer Tour ging es im Prinzip beinahe in die selbe Region, doch anstatt nordöstlich von Berga in Richtung der dortigen Pässe zu fahren, ging es diesesmal zuerst leicht westlich nach Sant Llorenc und von dort dann erst nach Norden um ca. gegen Mittag dann in Andorra la Vella in Andorra an sich ein sehr leckeres Essen zu genießen. Dort stand dann noch einer der höchsten Pässe für uns an, nachdem wir uns entschieden haben Andorra über Frankreich wieder zu verlassen und nach einem kurzen Abstecher durch Frankreich am Abend wieder in Richtung Süden und somit Berga zu fahren.
Auf der spanischen Seite der Pyrenäen sind die Straßen ein Traum. In Andorra waren sie annehmbar, aber auf der französischen Seite der Pässe waren sie schlecht. Ein Grund mehr für uns, so schnell als möglich wieder nach Spanien zu kommen, und dort die von unserem EU Geld finanzierten Passstraßen zu genießen.


Tuixen

Höchster Pass in Andorra (Port d'Envalira): kurz vor der Grenze zu Frankreich

Tag 3: Berga, San Llorenc, Solsana, Isona, Tremp, Senterada, Campo, Samper, Jaca
Der Guide gab nun in der Region um Berga keine neuen Straßen mehr für uns her, weswegen wir am dritten Tag unserer Reise dann in Richtung Westen aufbrachen, um Kilometer nach Pamplona runterzuspulen. Wir entschieden uns dann für ein kleines Zick-Zack und klapperten dabei einige Pässe ab bzw versuchten so gut als möglich den empfohlenen Straßen des Guides zu folgen.
Im Großen und Ganzen war dieser Tab aber wie gesagt nur ein "Streckentag". Wir wollten einfach so gut wie die Hälfte der Strecke nach Pamplona schaffen, was wir letzten Endes auch locker taten.




Neben der super schönen Aussicht gibts hier noch 2 andere Dinge zu erwähnen: einerseits Jaca an sich, das eine ausgestorbene Stadt ist, wie man sie nur aus den Medien kennt, und andererseits ein schweizer Pärchen die mit einer umgebauten Suzuki Hayabusa die Straßen um Jaca unsicher machten.

Jaca ist vom Aussehen her eine größere Stadt. Viele große Wohnsiedlungen, viele Einkaufszentren etc. Doch wenn man genauer hinschaut wird einem klar, dass dort niemand wohnt und lebt. Lediglich das Stadtzentrum ist bewohnt. Die gesamten Siedlungen außerhalb sind einfach menschenleer. Das es so etwas in Spanien nach der Finanzkrise gibt kennt man aus den Medien. Es aber selbst einmal zu sehen ist etwas anderes. Man kann es einfach nicht glauben, dass eine voll funktionierende Infrastruktur dort steht, aber diese nicht genützt wird. Sie verfällt einfach wieder.

Das Pärchen mit der Suzuki trafen wir in der Innenstadt von Jaca. Beim Essen am Abend saßen sie am Nebentisch, und nachdem wir ja Deutsch sprachen und sie schon vermutet hatten, dass wir zu den drei Bikes gehören, kamen wir ins Gespräch. Und da stellte sich heraus, dass sie die Besitzer der verrückten umgebauten Suzuki sind. Eine Haiabusa umgebaut zu einer Beiwagenmaschine sieht man ja nicht alle Tage. Leider stelle ich gerade fest, dass keiner von uns drei das Ding fotografiert hat.

Tag 4: Jaca, Puerto de Oroel - Santa Maria, Puente la Reina, Pamplona
Die Strecke von Jaca nach Pamplona war recht kurz. Wir schafften das am Vormittag und hatten somit dann einen Nachmittag lang Zeit uns Pamplona anzusehen und abends die Stadt dort unsicher zu machen. Pamplona war ja nach Berga unser zweiter Ort, wo wir zwei Nächte blieben, um ihn als Basis für Tagestouren zu verwenden.

Es ging also am Nachmittag in Richtung Stadt, wo wir dann einmal typisches Sightseeing machten. Die Stierkampfarena, die Innenstadt, die vielen kleinen Gassen und Straßen. Und so tasteten wir uns dann auch von Tapas-Bar zu Tapas-Bar vor, um Wein, Sangria und eben Tapas zu verkosten. Angebote wie "1,90 EUR für ein Tapas und ein Glas Wein" lockten natürlich und so wurde der Abend auch ein längerer.

Pamplona

Traumhaft gutes Essen

Tag 5: Pamplona, Arraitz, Irurita, Puerte de Urto, San Sebastian, Aldudes, Urtasun, Pamplona
Der nächste Tag brachte wieder eine größere Runde, die uns über Arraitz und Puerte de Urto nach San Sebastian führte. Wir hatten also den gesamten Weg von der Mittelmeerküste bis zur Atlantikküste geschafft. San Sebastian ist eine kleinere Stadt an der Grenze von Spanien zu Frankreich am Atlantik und sehr für den Tourismus bekannt. Mehr als eine kurze Rundschau in der Stadt und einige Tapas wurden es aber nicht für uns. Wir fuhren dann am Nachmittag über Frankreich (Aldudes und Urtasun) wieder zurück nach Pamplona.

Pamplona an sich ist sehr schön und durchaus einen Besuch Wert. Auch haben die dort einen guten Mechaniker, wie wir am Abend feststellen. Nachdem ja Thomas in der 1000er Klasse unterwegs ist, und doch gerne mal "Stoff" gab, meldeten sich die Reifen nach einigen Tagen zu Wort. Der hintere war komplett abgefahren - man konnte schon das Gewebe unter dem Gummi erkennen und der Gummi an sich war bröselig und brach auf. Nur durch viel Glück und einigen Zufall fanden wir dann noch einen Händler, der auf Thomas' Kawasaki Z1000 noch am Freitag Abend um 19:30 Uhr noch neue Reifen aufzog. Gut is gangen und nix is gschegn - auf zum verdienten Feierabendbierli!

Der Strand von San Sebastian


Am Weg zurück nach Spanien: der ein oder andere Pass in Frankreich

1000ccm und 4500km später ...


Tag 6: Pamplona, Domino, Isaba, Bielle, Lanens, Col d Ausbique, Argeles, Gazost, Vielha
Wir waren nun am westlichen Ende der Pyrenäen und machten uns also langsam auf den Rückweg. Plan war ja, Thomas (den Franzosen) noch in Toulouse besuchen zu gehen und dann noch einige Tage in Barcelona bzw. an der Mittelmeerküste zu verbringen.
Wieder entschieden wir uns für einen "Kilometervernichtungstag" und fuhren von Pamplona über zig Pässe (die meisten davon werden bei der Tour de France auch gefahren) in Richtung Vielha, um von dort aus dann tags darauf in Richtung Toulouse aufzubrechen.
Die Fahrt dorthin war wirklich sehr abwechslungsreich und bot super Aussichten auf hohe Pässe, viele weite grüne Täler und zig kleine, typisch französische Dörfchen.

Abends in Vielha angekommen gings nach der Dusche auf zum Essen. Und diesesmal sollte es etwas fleischiges sein. Die Region dort um Vielha sei anscheinend dafür bekannt, also versuchten wir die Steaks, mit einem "Riesentomatensalatmix" als "Vorspeise". Resultat: alle vollgefressen und satt. Sehr gut wars.


Col d'Tournament: leider gesperrt aber anscheinend beliebt


Vielha: bestes Steak ever in Spanien!

Tag 7: Vielha, Bossost, Fos, St. Girars, Massat, Foix, Toulouse
Obwohl wir alle eigentlich keine Pässe in Frankreich mehr sehen konnten (ja, das gibts auch, dass einem die Kurven mal zu viel werden, speziell in Frankreich, weil die hier wirklich ganz eng sind) waren wir etwas enttäuscht und "angepisst" als der Col d Tournament gesperrt war. Das wäre der "König" der Pässe in Frankreich gewesen, aber leider lag oben noch zu viel Schnee. Nebs dem Fakt, dass wir also nicht über den Pass konnten, mussten wir auch noch ca. 50km wieder durch das lange Tal nach draußen fahren, um dann über Lourdes weiter nach Foix zu kommen um uns am Ende des Tages mit Thomas in Toulouse zu treffen.

Anfangs noch den Strecken des Guides folgend entschlossen wir uns dann zu fortgeschrittener Stunde aber doch die Schnell- und Autostraßen zu benutzen, um Kilometer in Richtung Toulouse zu machen. Dort wartete Thomas am frühen Abend schon mit kaltem Bier auf uns und zeigte uns die wichtigsten Dinge von Toulouse. Nach kurzem Sightseeing gingen wir zum kulinarischen Teil über, der in erster Linie den Besuch von einigen Pubs vorsah. Und nachdem die Leute auch hungrig wurden, brachte uns Thomas zu einem der besten Tapas Restaurants in Toulouse, wo es für uns gebratene Entenherzen, Gänseleberpastete, Pommes gebacken in Entenfett, Lachssalate usw gab. Gewöhnungsbedürftig sage ich jetzt mal, aber dennoch sehr gut. Nur viel kann man von bestimmten Dingen einfach nicht essen.

Foix

Toulouse


Tapas in Toulouse

Tag 8: Toulouse, Carcassone, Trebes, Maux, Sigean, Leucate, Port Vendres, Cadaques, Figueres
Nachdem die Nacht zuvor etwas kurz war da uns Thomas auch etwas in das Nachtleben von Toulouse einführte, ging es erst später von Toulouse weg in Richtung Figueres in Spanien. Wir entschlossen uns schnell wieder Kilometer zu machen und nach Spanien zu kommen, da dort erstens die Straßen besser und das Essen besser/günstiger war. Von Toulouse aus folgten wir zuerst den Schnellstraßen ostwärts nach Carcassone, einer Stadt mit einer wunderschönen Festung. Von dort aus gings leicht südlich in Richtung Küste. Über Leucate und Port Vendres ging es dann der Küste entlang wieder in Richtung Spanien.

Am frühen Abend erreichten wir Figueres, unser letzer Stützpunkt für Ausfahrten, bevor wir wieder nach Barcelona kamen.
Die Festung von Carcassone

Die Buchten um Leucate

Tag 9: Figueres, Olot, Ripoll, Sant Quirze, Berga, Ripoll, Olot, Bangdes, Figueres
Figueres liegt schon recht nahe an Barcelona. Wir planten also noch einen Tag eine Ausfahrt ein und am nächsten Tag dann die Weiterreise nach Barcelona. Somit ging es am ersten Tag von Figueres in Richtung Westen wieder ins Landesinnere: Berga stand wieder mal am Plan. Wir wollten noch ein letztes Mal die schönen Straßen in der Region um Berga genießen. Ansonsten gab es an diesem Tag keine besonderen Vorkommnisse, um es auf diese Art und Weise auszudrücken.



Tag 10: Figueres, Küste, Barcelona
Der letzte Tag auf den Motorrädern brachte uns dann von Figueres entlang der Küste langsam in Richtung Süden und somit nach Barcelona. An den typischen touristischen Stränden tummelten sich dabei an den Strandpromenaden hunderte Leute, die meisten von ihnen gegen 13 Uhr auf der Suche nach einem Hangover-Frühstück. Wir gesellten uns zur Gattung "ich-spreng-mir-die-Birne-weg" in ein Lokal am Strand und aßen dort mal zu Mittag, bevor wir dann am früheren Nachmittag wieder aufbrachen um die letzten Kilometer nach Barcelona zu machen.



Tag 11-13: Barcelona
Die letzten Tage waren reserviert für Barcelona. Nebst typischem Sightseeing in der Metropole von Spanien standen auch Barbesuche auf dem Programm. Barcelona ist eine schöne Stadt muss ich sagen, sie hat wirklich Flair und etwas zu bieten und wirkt obgleich ihrer Größe dennoch nicht so überfüllt wie zB Wien. Aber das kann auch einfach nur ein sehr subjektiver Eindruck sein. Aber bekanntlich sagen Bilder ja mehr als tausend Worte.


Die Sagrada Familia: a never ending story


Barcelona ist geprägt von Gaudi







Nach den letzten Tagen in Barcelona und der Rückreise auf der Fähre nach Genua gingen wir drei ab ca. Mailand wieder getrennte Wege. Während ich von Mailand aus direkt entlang der Autobahnen zurück nach Baden fuhr, hatten Alex und Thomas noch einen kleinen gemeinsamen Wegabschnitt vor sich, bevor Thomas dann über den Brenner wieder zurück nach Salzbug fuhr und Alex über Kärnten nach Wien.

Was bleibt da noch zu sagen: der Tripp war super lässig. Die Touren für Motorradfahrer im ADAC Guide für die Pyrenäen sind der Hammer und jedem zu empfehlen, der einfach schöne Bergstraßen liebt. Auch haben die Länder viel zu bieten, was das Kulinarische oder aber auch das Kulturelle betrifft. Dennoch habe ich vor allem auf den Pässen eigentlich immer ein lachendes und ein weinendes Auge gehabt. Nicht  zu ungern hätte ich auf dem ein oder anderen Pass Motorradjacke und Stiefel gegen Steigeisen und Pickel getauscht. Hochtouren oder Klettertouren sind in der Region sicher ebenfalls so schön. Aber das kommt dann beim Nächsten Besuch.

PS: der Rest von den Fotos ist auf Flickr zu finden: Motorradtour Pyrenäen

PPS: wie immer: wer Rechtschreibfehler oder sonstiges findet, darf sie behalten!


So long,
Harald

Montag, 30. Juli 2012

Going South: Lets rock the Balkan!

Hallo zusammen,

ja es hat wieder mal ein Weilchen gedauert, bis ein Post folgt auf China. Es hat sich zwar einiges getan (Reunion in Schladming beim Ski fahren, eine Reise nach Nijmegen und ein bisschen Holland, viele Bergtouren und Kletterpartien), aber irgendwie war die Zeit nie da, um darüber zu schreiben.

Jetzt nachdem ich wieder so halbwegs in Wien angekommen bin nach dem Urlaub im Süden und die Arbeitswoche auch vorbei ist, hab ich mal die Zeit gefunden, einige Zeilen zu schreiben. Vielleicht liest die ja noch jemand. Ansonsten dienen die Posts wohl mir als Tagebuch. Wobei ich sagen muss, dass es jetzt hinten nach blöd ist, die Posts zu schreiben. Viele Kleinigkeiten sind schon vergessen. Normal schreibe ich ja immer ein Tagebuch bei längeren Trips .... diesesmal hab ich das nicht gemacht .... weiß nicht warum ... wohl wegen der Hitze oder so.

Schon seit einigen Monaten war geplant, dass Alex und ich im Sommer einen kleinen Trip machen werden. Die Frage für längere Zeit war nur, wohin dieser gehen soll. Nachdem eine Motorradtour bis zum Nordkapp auf Grund eines fehlenden Bikes von Alex eher nicht möglich war, wurde umgeplant auf einen Road-Trip mit dem "Widowmaker", um ihm einen würdigen Abschied zu geben. Schließlich wirds wohl das letzte Jahr sein, in dem ein Pickerl draufgeklebt werden darf. Nachdem dann auch Alex #2 mit wollte und wir uns auf ein Ziel geeinigt hatten, gings also am 09. Juli los Richtung Süden.

09. Juli: Wien, Klagenfurt, Velden, Slowenien, Kroatien - Zadar
Ja über den ersten Tag gibts nicht viel zu sagen eigentlich. Er war lediglich dafür da, Kilometer zu machen. Von Wien ging die Reise um 9 Uhr morgens los um rechtzeitig zum Mittagessen bei Alex' Eltern in Velden zu sein. Auf der Fahrt dorthin blieb auch noch genug Zeit, um die letzten organisatorischen Dinge zu klären: grüne Versicherungskarte fürs Auto, A Pickerl, Reservelämpchen, etc.
Nach dem Boxenstop für den Widowmaker und dem Schnitzi auf der Terrasse wurde noch der Reservereifen auf die Rückbank befordert und dann gings schon los Richtung Süden. Mit einem Auto, bei dem die Zentralverriegelung nicht funktioniert, der Kofferraum nur von innen zu öffnen geht und nur das Fahrerfenster noch funktionstüchtig ist.
Über den Loiblpass drüber und bei Laibach vorbei gings Richtung Zagreb und dann zum Meer Richtung Zadar. Da wir recht gut in der Zeit lagen, war dies an diesem Tag echt kein Problem und es ging sich ein sehr nettes Abendessen in der Stadt aus und noch eine kleine Stadtrunde. Ich kannte Zadar ja schon, aber habs auch noch nicht in der Nacht gesehen. Sehr schönes Fleckchen eigentlich. Lediglich der rutschige Granitboden überall. Alex#2 meinte nur: "hui .... pass nur auf, des di net aufzadart".
Im Park rund um die Zitadelle (oder was auch immer das dort ist) gabs am Abend eine sehr nette Cocktailbar. Hermann und SITC können da einstecken gehen. Sehr gute Cocktails, super Musik, war echt schön dort.

Bootshafen bei Zadar

10. Juli: Zadar, Krka Wasserfälle, Split
Ausgeschlafen und voller Tatendrang (oder so ähnlich war das glaub ich) gings in der Früh durch die Gassen von Zadar. Alex und Alex brauchten mal einen Kaffee um auf Touren zu kommen und so haben wir eine Bäckerei um einige Produkte erleichtert und diese beim Nachbarkaffee genossen.
Die Stadttour fiel dann aber doch etwas kleiner aus. Es waren viele Touris unterwegs und so viel zu bieten hat die Stadt jetzt ja nicht. Ein kurzer Rundgang und das wars auch schon. Rein ins Auto und auf zum nächsten Ziel: die Krka Wasserfälle.

Ganz vorsichtig gehens die beiden. Soll ja auch keinen "aufzadarn"

Wo ich vor 2 Jahren das letzte Mal dort war, war des noch eine Baustelle.

Vor den Stadtmauern: ein kleiner aber feiner Hafen
Die Krka Wasserfälle sind auf alle Fälle sehenswert, jedoch sehr überlaufen und auf Tourismus ausgelegt. Wir habens deshalb dort etwas kurz gehalten, nachdem man eigentlich eh überall nur Deutsch hörte und im Wasser selbst gefühlte 5.000 Leute schwammen. Nichts desto trotz: sehr schönes Naturschauspiel.

Krka Wasserfälle


Wir hatten also dann bald die Schnauze voll und sind Richtung Split abgerissen. Split ist auch wie Zadar eine sehr schöne alte Hafenstadt und hat sich zum Ziel gesetzt, Touristen mittels des sehr glatten Granits aufs Kreuz zu legen. Dort angekommen haben wir mal 1. nach einem Parkplatz und 2. nach einem Hostel gesucht. Ersteres wurde gleich gefunden, zweiteres wurde eine kleine Herausforderung. Das "2nd Best Hostel in the World" haben wir ja gleich gefunden, aber da die Preise doch etwas hoch waren, wollten wir uns noch um andere in der Innenstadt umsehen.
Tja, leichter gesagt als getan. Die ersten paar auf der Karte haben wir ja gleich gefunden, aber dann wurde es schwierig. Im wirklich alten Teil der Stadt, innerhalb der Stadtmauern sind die Gassen so schmal und eng, dass sie nicht mehr auf unserer Karte vermerkt waren. Na da versuch einer mal ein Hostel zu finden. Der Markierungspunkt auf der Karte war größer als der Stadtteil. Ergebnis: wir habens dann irgendwann einfach sein gelassen und da dass andere Hostel wenigstens Klima hatte und wir somit mal wieder gut schlafen konnten, war das ganz ok. Danach gings dann ins Restaurant, wo wir uns bei Fisch und Radler für den Abend stärkten.


Split bei Nacht



11. Juli: Split, Bosnien, Konjic
Nach einigen Gin-Tonics am Vorabend gings mal auf der Suche nach einem Frühstück durch die Stadt. Ein frisch gemachter Smoothie wurde dann der Anti-Hangover Drink und das Früstück in einem. Nach einer Tour durch die Stadt, die wir ja jetzt schon etwas kannten, brachen wir dann aber bald mal in Richtung Bosnien auf. Wir wollten noch auf alle Fälle so weit wie möglich in Richtung Sarajewo kommen.

Smoothie im Hafen von Split: Alex am Chefsessel

Altstadt von Split
Die Fahrt nach und später durch Bosnien war ganz angenehm. An der Grenze gabs keine Probleme und die schöne Landschaft machte die Fahrt bis nach Konjic sehr kurzweilig. Eigentlich wollten wir ja anders nach Sarajevo fahren, aber da Alex #2 dann auf seiner Karte eine Straße entdeckte, die auf meiner nicht eingezeichnet war, sparten wir uns den Umweg und fuhren recht direkt nach Sarajewo (eben über Konjic), das schön an einem See gelegen ist.

Bosnien: landschaftlich echt sehenswert

Unser Plätzchen für diese Nacht: ein Campingplatz am See

Konjic hat auch Kirchen nebst Moscheen

Die neu renovierte (historische) Brücke von Konjic
Nachdem wir eine Stadttour hinter uns hatten (viel gibts da ja nicht zu sehen, die Stadt is eher klein) gabs noch ein nettes Abendessen und dann einige Bierchen am Campingplatz mit dem Inhaber und später dann 2 Schweizern.

12. Juli: Sarajevo
Nach einem Kaffee in der Stadt (wir standen ja recht früh auf da wie gecampt hatten) gings dann los nach Sarajevo. Ca. 1,5h Autofahrt lagen noch vor uns, also kaum etwas mehr. In Sarajevo angekommen fährt man zuerst mal ewig lang durch die neu errichteten Stadtteile Richtung Innenstadt/Zentrum. Man kommt an sehr vielen siebziger Jahre Style Wohnbauten vorbei, die deutlich vom Krieg gekennzeichnet sind. Generell sieht man noch sehr viel vom Krieg in den äußeren Bereichen der Stadt. Die Innenstadt an sich wurde schon wieder sehr gut instand gesetzt.
Da man aber vor allem in der Innenstadt den Krieg nicht ganz verdrängen will sondern an dieses schreckliche Ereignis erinnert werden soll, werden Teile von Gebäuden bewusst nicht renoviert bzw zB Granttreffer in der Fußgängerzone mit rotem Beton ausgegossen, damit an das vergossene Blut erinnert wird. Vor allem Touristen sind es dann, die an solchen Stellen innehalten und wohl kurz darüber nachdenken was hier geschehen sein mag.

Römisch-katholische Kathedrale

Mosche in Sarajevo



Bazar

"Der Anfang des Ersten Weltkrieges": an dieser Ecke wurden Thronfolger Erzherzog Franz Ferdinand und seine Frau Sophie erschossen

Der Einfluss der K. und K. Monarchie ist hier auch noch präsent: der Gebäudestil ähnelt sehr dem einer Stadt wie Wien.



Kriegspuren die nicht beseitigt werden

Serbisch-orthodoxe Kathedrale

Gedenktafel an das Attentat von 1914

Sophie und Franz Ferdinand

Die Waffen der Attentäter (Nachbildungen)
Die Stadt war für mich sehr faszinierend. Es leben dort so viele verschiedene Religionen Tür an Tür und verstehen sich bzw respektieren einander (zumindest soweit ich das jetzt beurteilen konnte). Es ist jedoch normal dass die Kirchenglocken läuten und am Abend von den Moscheen zum Abendgebet gerufen wird. Auch eine Synagoge darf dabei nicht fehlen. Das ist wirklich etwas, was mich beeindruckt hat. In Österreich ist dies einfach so nicht vorstellbar. Ich glaube Leute bei uns sind einfach zu konservativ wenn es um Religion geht. Leute dort hingegen wachsen damit auf, dass es unterschiedlichste Religionen gibt und respektieren diese einfach.
Nebst den Sehenswürdigkeiten an sich, die die Stadt zu bieten hat und den historischen Hintergrund des Attentats auf unseren Thronfolger Franz Ferdinand bietet die Stadt aber auch ein tolles Nachtleben. Die Innenstadt war am Freitag Abend gerammelt voll. Pubs hatten alle auf den Straßen Tische aufgestellt und es wurde getrunken und gefeiert. War schon nett dort muss ich sagen ;-)

Im Großen und Ganzen muss ich also sagen, dass vor allem Sarajevo definitv einen Besuch Wert ist! Schon alleine wegen dem guten bosnischen Kaffee den es dort gibt, zumindest laut Alex#2. Ich selbst hab ja nie einen getrunken. Kaffeesatz mit Wasser kann ich zu Hause auch trinken wenn ich mag ;-)

13. Juli: Sarajevo und Mostar
Nach einer doch etwas durchzechten Nacht gings nächsten Tag weiter in Richtung Mostar, einer sehr alten und schönen Stadt gelegen an der Neretva. Bekannt ist die Stadt vor allem durch ihre wunderschöne und vor allem sehr alte (wenn auch jetzt nach dem Krieg renovierte) Brücke "Stari Most" (Alte Brücke). Sie überspannt den Fluss Neretva in einer Höhe von 21 Meter und verbindet die zwei doch sehr verschieden geprägten Ortsteile miteinander (einer eher kroatisch, einer eher bosnisch geprägt).
Die Brücke wurde im Krieg leider durch massiven Beschuss und Bombentreffer zerstört, wurde dann aber wieder neu aufgebaut. Bekannt sind die Sprünge von der Brücke in den grünen Fluss darunter. Sehr imposant muss ich sagen. Auch Alex wollte da ja runterspringen, hats aber dann doch nicht gemacht. Obs wegen mir und Alex#2 war oder wegen was anderem weiß ich nicht ;-)
Die Altstadt ist auch sehr sehenswert. Im Prinzip wurde die gesamt Stadt nur aus Steinen aufgebaut und ist sehr eng und gedrängt. In der Altstadt an sich stehen Restaurants ohne Ende und vor allem sehr viele Touristen-Ständchen. Überall bekommt man Souveniers zu kaufen. Aber ja, was würde man sich sonst auch davon erwarten.
Nichts desto trotz: sehr sehenswert die Stadt.

Stari Most: erbaut 1556 bis 1566  (die Originalversion davon zumindest)  und 21m hoch. Überspannt 28m und ist am Scheitelpunkt nur 70cm dick. Für die damalige Zeit ein architektonisches Meisterwerk.

Mosche im muslimischen Teil der Stadt

Dachschindel aus Stein, wie sehr vieles andere in dieser Stadt.

14. Juli: Mostar, Pocitelj, Dubrovnik
So beeindruckend Mostar schon war mit seinen Steinbauten, so wenig beeindruckte uns dann am nächsten Tag Pocitelj - die Stadt aus Stein. Auf dem Weg nach Dubrovnik gelegen, haben wir dort kurz halt gemacht, um uns die nächste Stadt rein aus Stein erbaut anzusehen. Die haben wir doch eher nur kurz besichtigt. Es war sehr drückend heiß und außerdem wollten wir eher schnell weiter Richtung Dubrovnik um ans Meer zu kommen und dann später weiter nach Montenegro fahren zu können.

Pocitelj: Stadt aus Stein
In Dubrovnik wurde dann die Suche nach einer Unterkunft mal recht lustig. Nachdem die zwei Alex für eine halbe Stunde weg waren und ich das Auto bewachen durfte kamen sie mit einer Wegbeschreibung zurück und einer Rechnung: das Zimmer war schon gebucht und bezahlt und wir mussten also nur noch dort hinfinden. Schade war eigentlich nur, dass das Zimmer in einer anderen Bucht war, und nicht direkt auf der Seite der Altstadt. Den Abend genossen wir dann noch am Meer und bei einem kühlen Bier auf der Terasse.

15. Juli: Dubrovnik, Montenegro, Perast, Kotor, Budva, Sveti Stefan, Petrovac
Dubrovnik war mit unter sicher einer der touristischsten Flecken unseres Trips. Die Stadt ist zwar super sehenswert, aber ähnelt doch sehr dem Charme von Zadar und Split. Schöner Hafen, schöne Altstadt, viel Stein, schöne alte Häuser aus Stein, ach ja: und eine Mauer mit Türmen drumm herum. Also prinzipiell schon sehr sehenswert, aber viel zu viele Touristen.
Prägend war vielleicht nur der krasse Unterschied zu Bosnien davor, aus dem wir ja gerade gekommen sind. In Kroatien merkt man einfach den sehr starken Einfluss der Venezianer. Alles dort ist christlich orientiert und es steht eine Kriche nebst der anderen, während wenige KM entfernt hinter der Grenze in Bosnien die ersten muslimischen Bauten beginnen.
Wir haben den Aufenthalt dort eher kurz gehalten, haben eine schnelle Stadttour gemacht und dann unsere letzten Kuna ausgegeben und sind dann Richtung Grenze aufgebrochen.

Stadtmauern von Dubrovnik

Viel Platz gabs nicht in der Stadt: enge Gassen!

Und viele Treppen

Der Einfluss der Venezianer ist erkennbar

Hafen von Dubrovnik

Tja, noch eine Kirche

Die Grenze zu Montenegro wurde dann zu einer kleinen Geduldsprobe. Wir mussten dort zum ersten Mal wirklich länger warten, was in der Hitze nicht sonderlich lässig ist. Bald kamen wir aber auch über die Grenze und konnten also unsere Reise in Montenegro fortsetzen.
Als erstes Ziel festgesetzt war die Stadt Perast, ein kleines Fleckchen in einer sehr großen aber wunderschönen Bucht gleich nach der Grenze. Von dort ging es über Kotor, Budva und Sveti Stefan nach Petrovac, wo wir dann letzten Endes übernachteten. Alle Dörfchen bzw Städtchen sind ähnlich den anderen. Viel Stein, viel Mauer, viel Altstadt. Aber alle durchaus sehenswert.

Perast

Stadtmauern von Kotor

Altstadt von Kotor

Budva: Altstadt und eine Mauer drumm herum

Sveti Stefan: eine nette kleine Insel vor Montenegro

Am Ende des Tages haben wir viele Kirchen gesehen und viel Stein und wollten eigentlich in Bar oder Budva bleiben. Da aber dort nirgends eine Unterkunft zu finden war, entschlossen wir uns einfach weiter zu fahren, solange bis wir etwas finden.
Fündig sind wir dann in Petrovac geworden. Kurz nach dem touristisch geprägtem Dörfchen gabs eine Bucht die sehr ruhig aussah. Diese zog uns an. Wir fuhren also mal auf gerade Wahl dort hin und schauten uns dort um ein Fleckchen zum Bleiben um. Da dort überall "private" stand, fuhren wir zurück zu einem kleinen Hotel und fragten dort mal nach. Schon beim Betreten war klar, dass dies nicht unsere Preisklasse sein würde. Aber die Dame half uns weiter und sagte, wir könnten zu den Häusern am Strand fahren wo "private" draufsteht und dort unser Glück versuchen. Einer der Besitzer vermietet Zimmer. Wir sind also wieder dorthin und fragten nach. Und siehe da, einer hatte wirklich ein Zimmer für eine Nacht frei. Also hatten wir ein Zimmer direkt am Strand, ruhig wars und einen wunderschönen Ausblick hats geboten.
Da wir aber auch nicht zurück in die Stadt fahren wollten um was zu essen fragte Alex einfach mal frech nach, ob sie denn auch Essen hätten. Der Sohn der Besitzer sagte dann kurzerhand ja, aber nur Fisch den er diesen Morgen gefangen hätte. Uns hat das natürlich gepasst und so genossen wir einen sehr gut zubereiteten Fisch am Abend in Gesellschaft der beiden Eltern. Keiner der beiden sprach Englisch, wir kein montenegrinisch. Aber wir unterhielten uns blendent.

Ausblick von unserem Zimmer

Montenegro ist wirklich auch eine Reise wert. Vor allem die Küste hat sehr viel zu bieten. Viel vom Inland sahen wir ja leider nicht, da unsere Zeit zu kurz war dort. Es ist aber schön zu bereisen gewesen, da dort weniger deutsche und österreichische Touristen sind. Es ist einfach noch nicht so touristisch erschlossen wie zB Kroatien. Lediglich viele Russen sind dort anzutreffen, die sich mit einem Patzen Geld einfach mal ein Stück Grund am Meer kaufen und eine Villa draufsetzen.

16. Juli: Bar, Stari Bar, Albanien, Tirana
Ja am nächsten Tag gings weiter der Küste entlang. Alex wollte ja eigentlich ursprünglich in Bar in eine Bar gehen, aber dazu hatten wir ja dann keine Gelegenheit mehr. Also wurde es ein Bier beim Ortsschild. Bar an sich ist aber eh nicht sehenswert. Lediglich die Altstadt (Stari Bar) ist ein Touristenmagnet. Die Altstadt ist eine Ruine und kann nur noch besichtigt werden. Darum herum gibt es dann einen neueren Stadtkern und an der Küste die eigentliche Stadt Bar.

"A Biertschi in Bar"

Die Ruinen von Stari Bar

Das Akvedukt von Stari Bar

"I sogs glei, I woars net"

Ruine, wohin das Auge reicht.

Abends gings dann weiter nach Tirana in Albanien, was doch "a gscheida Hatscha" war auf den Straßen. Da wir ja eigentlich überall ohne Karten unterwegs waren (wir vertrauten darauf, dass entweder der Lonely Planet eine drinnen hatte oder wir ein Tourist-Info Büro finden würden) stellte sich Tirana als eine Herausforderung dar.
Im Guide steht geschrieben: "If you wanna drive Tirana with your car, don't do it". Wir hatten aber wohl keine andere Wahl, also fuhren wir in die Stadt hinein. Schon am Anfang wars recht hektisch. Jedoch wurde das Ganze noch schlimmer. Hupen und einfach Reindrängen stehen hier an der Tagesordnung. Es gibt zwar Verkehrsregeln, aber einhalten tut die jeder nur begrenzt. Nicht dass es das komplette Chaos wäre, aber im Vergleich zu unserem Verkehr fühlt man sich dort etwas bedroht. Unter dem Motto "Hupen um gesehen zu werden" passten wir uns dann dem Verkehr dort an und fuhren in die Stadt. Dort fanden wir dann mit Hilfe des Planets und eines Straßenjungens zu unserem "Hostel", welches leider nicht mehr dort war, wo es sein sollte. Die sind umgezogen. Wir trafen aber einen Deutschen Backpacker, der es auch suchte. Er entschloss sich dann ein Taxi zu nehmen und zur neuen Adresse zu fahren, die er zuvor telefonisch erfragt hatte. Wir folgten dann dem Taxi einfach. Also fahren in der Stadt war lustig und hinten nach gesehen würd ichs gern nochmal machen.
Tja abends gings dann nach einer Dusche zum Essen und dann einigen Cocktails und Bierchen an die Bar des Tirana Backpacker Hostels. (Übrigens ein sehr schönes Hostel und nur zu empfehlen)

17. und 18. Juli: Tirana, Ohrid
Am nächsten Tag brachen wir dann nach einer kurzen Stadttour auf nach Mazedonien, wo wir uns 2 Tage am Ohrid See erholen wollten. Schon in Sarajevo trafen wir Schweden die uns den See empfohlen haben und mit dazu ein Hostel: das Robinson Sunset Hostel. Wir fuhren also erstmals aus der Stadt raus und dann über wunderschöne Bergstraßen weiter Richtung Grenze, die kurz vor dem See an sich ist.

Oper von Tirana

National History Museum

"Spaceship" in Tirana: ein Museum
In Ohrid angekommen mussten wir dann unser Hostel finden, welches in einem kleinen Dörfchen names Lagadin gelegen war. Da wir es nicht fanden hat Alex#2 nach dem Weg gefragt. Der Typ beim Obststand sprach kein Englisch oder Deutsch, Alex#2's Mazedonisch war etwas eingerostet, also gings über zu Händen und Füßen. Der Verkäufer nahm dann Alex#2 und führte ihn entlang der Straße weg von uns. Wir sahen ihn nicht mehr und nach einiger Zeit kam der Verkäufer zurück: ohne Alex#2. Wir machten uns also Sorgen um ihn. Organmafia war der erste Verdacht.
Dann kam ein Typ auf uns zu, der nebenan saß und sein Bier trank. Er sprach Englisch und fragte uns, wo wir denn hin wollten. Wir erklärten ihm das und er sagte, wir sollen ihm einfach nachfahren, er zeigt uns den Weg. Alex#2 war aber noch nicht hier, also war das für uns etwas komisch. Wir sagten ihm er solle mal den Verkäufer fragen, wo er denn ist. Er meinte dann nur, Alex#2 sei schon dort wo wir hin wollten.
Wir fuhren also Igor (sein Name) hinter her und kamen dann wirklich beim Hostel an. Einziges Problem: von Alex#2 war weit und breit nichts zu sehen. Aber nach einiger Zeit und rufen kam dieser wieder völlig außer Atem über die Stiege wieder zurück zum Hostel rauf (dieses lag am Hang, etwas weiter vom Wasser entfernt). Er hatte schon alles geklärt und das Zimmer reserviert und wollte uns wieder holen kommen. Nur wir waren nimmer dort ;-)

Tja das Hostel war super. Super nette Leute (echt zu empfehlen) die gern mal den ein oder anderen Rakja (eine Art Grappa-Schnaps) mit den Gästen trinken. Bei uns warens am ersten Abend 3 Flaschen von dem Zeugs. Wenigstens macht es kein Kopfweh. ;-)

Lake Ohrid: Ausblick vom Zimmer des Robinson Sunset Hostels
Statue in Ohrid

2 Kleine ergeben nicht mal einen Großen

Amphitheater von Ohrid

Aussicht von Ohrid über den See

Die mazedonische Flagge

Markt in Ohrid. Es roch sooooo gut nach Melonen und Pfirsichen.

Sonnenuntergang über dem Lake Ohrid
Ohrid an sich, der Ort, ist nicht besonders sehenswert. Eine Festung (no-na-net) und ein Stadtzentrum, das wars im Prinzip. Aber der See ist traumhaft schön und ruhig gelegen und bietet im Gegensatz zum Meer (28°) wenigstens eine Abkühlung wenn man reinspringt. Tja, und wer gut schwimmen kann und einen Pass mit hat, kann sogar wieder zurück nach Albanien wenn er mag. Definitiv einen Besuch wert.

19. Juli: Skopie
Nach den zwei Tagen chillen am See gings dann weiter nach Skopje. Wir wussten dass die Stadt nicht sonderlich viel bieten würde, aber da sie am Weg nach Hause lag, blieben wir stehen. Vor allem wussten wir dort aber auch, wo wir hin sollten und hatten schon eine Adresse von einem Hostel. Nebst einer wirklich futuristischen Postzentrale die wohl aus der Zeit der Russen stammt gibts wieder mal Brücken und eine Festung zu bestaunen und viele Statuen, die neu gebaut werden.

Kirche

Postzentrale in Skopje

Festung von Skopje

Alte Brücke

Eines der neumodernen Monumente

Mutter Theresa

Alter Bahnhof von Skopje: die Uhr steht seit dem großem Erdbeben 1963.
Nachdem Skopje 1963 von einem starken Beben getroffen worden ist, wurde viel der Stadt wieder neu aufgebaut. Als Erinnerung an diesen Tag und die exakte Uhrzeit steht die Uhr am Bahnhof noch immer still.

Neu errichtete Gebäude wohin das Auge reicht. Viele davon befinden sich noch in Bau.

Brücke über den Vardar



20. Juli: Serbien, Belgrad
Belgrad sollte der letzte Stop unserer Reise durch den Balkan werden. Dort wurde nach der Ankunft kurz die Stadt besichtigt und da wir es langsam Leid hatten Städte anzusehen entschlossen wir uns, gemütlich ein Bier zu trinken und was zu essen um dann später in Belgrad Party zu machen.



Festung von Belgrad



Auf der Skadarlija findet man ein Cafe nach dem anderen und Restaurants ohne Ende. Es ist zwar etwas teurer dort (für serbische Verhältnisse) aber noch immer günstig für uns. Wir haben dort in gechillter Atmosphäre zu Abend gegessen um danach die Belgrader Lokale unsicher zu machen, und Party machen kann man in Belgrad. ;-) 

Skadarlija: Künstlerviertel in Belgrad
Nach einigen Cocktails am Vortag, einer eigenartigen Shot-Mischung des Barkeepers (Sambuca, Tequilla, Tabasco Sauce) und Bier gings dann gegen Mittag nächsten Tages wieder zurück Richtung Wien.

Ich kann den Balkan als Reiseziel nur empfehlen. Sehr schöne Länder und vor allem auch sehr nette und hilfsbereite Leute warten dort auf einen. Man hat einfach ein schlechtes bzw falsches Bild von diesen Ländern.

Tja, etwas noch: was mich am ganzen Trip sehr gewundert hat war dass wir nirgends so wirklich Probleme mit der Sprache hatten. Irgendjemand konnte Englisch oder sogar teilweise Deutsch. Auf die Kroatischkenntnisse von Alex#2 konnten wir ja nicht wirklich zählen ;-)

PS: wie immer ... sollte jemand Rechtschreibfehler finden, so dürfen diese behalten werden!
PPS: wenn jemand merkt, dass ich die letzten Tage nicht mehr so genau dokumentiert habe ... naja, ich bin schreibfaul worden ... *tut-leid*

So long,
Harald