Hej hej,
nach einem schönen Weihnachtsfest im Kreise der Freunde hier am Campus mit gutem Essen und Getränken ging es am 25ten Dezember auf nach Stockholm, womit unser Trip nach Kiruna startete.
Das Team:
Gemeinsam mit 8 Kollegen ging es auf in den wirklich hohen Norden, um dort absolute Kälte, Polarnächte und Nordlichter zu erleben.
Mit Lukas, dem Organisator der Runde, Niels, Georg, Mathijs, Hannah, Christina, Franz-Josef und Sjoerd ging es auf eine unvergessliche Reise, die vor allem geprägt von Schnee und Kälte war.
Der erste Tag
Nach der Anreise am 25ten nach Stockholm ging es am 26ten von Stockholm per Flieger nach Kiruna. Der Flug dauerte angenehme 1,5 Stunden und verging "wie im Flug". Alle waren gespannt auf das, was uns in Kiruna erwarten würde. Niemand hatte zuvor Nordlichter gesehen und jeder betrachtete also zuerst beim Aussteigen aus dem Flieger einmal den Himmel. Doch war es am ersten Abend bewölkt: somit keine Chancen auf Nordlichter.
Nachdem wir uns in die Stadt verirrt hatten und dort unsere Unterkunft aufsuchten, liesen wir den ersten Abend bei einem netten Essen und einer (oder waren es doch mehrere) Runden Kings-Cup ausklingen. Dem einzigen dem das nicht so gefiel war der Inhaber des Hostels am nächsten Tag. Er klagte über die zwei oder drei Bierdosen, die noch in der Küche standen :-p.
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| Kiruna-Airport |
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| Uns war warm am ersten Abend :) |
Der zweite Tag
Der Tag hat angenehm mit einem Frühstück begonnen, nachdem wir unsere Küche erst mal wieder "elektrifizieren" mussten. Der Hostel-Inhaber wollte uns eine Lehre erteilen und hat die Sicherungen rausgedreht, nachdem wir ein paar Bierdosen am Tisch gelassen hatten (*hust hust*).
Nach dem ausgewogenen Frühstück und einer Dusche gings dann ab, um die "Stadt" Kiruna zu erkunden. Mit ca. 20.000 Einwohnern ist die Stadt doch relativ groß. Hauptsächlich geprägt von der Eisenmine und dem Bergbau im Allgemeinen hat die Stadt sonst aber nicht viel zu bieten. Neben einem schönen Gemeindehaus und der wunderschönen lappischen Kirche gibts nicht viel zu erkunden.
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| Aussicht Richtung Norwegen mit den Bergen an der Grenze im Hintergrund |
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| Gemeindehaus von innen |
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| Holzfiguren |
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| Lappische Kirche |
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| Glockenturm |
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| Kirche von innen |
Nach dem Rundgang in der Stadt gings mit dem Bus zum Eishotel. Eine Location, wo man einfach gewesen sein muss, wenn man im hohen Norden ist. Das Eishotel ist nun fertig gebaut (es war noch nicht fertig kurz vor Weihnachten). Gebaut nur aus Eis und Schnee stellen hier Künstler ihre Arbeiten zur Schau. In diesem Falle sind die einzelnen Zimmer (ja, man kann hier auch schlafen) immer in einem bestimmten Thema gestalltet. Ein Übernachtung im -5 Grad kalten Hotel kostet auch nur läppische 200 Euro aufwärts, je nachdem, wo man logiert.
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| ICEHOTEL, we are coming |
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| Eingangshalle: die Säulen aus Eis |
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| Eingangshalle |
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| "Retro Drive" Zimmer |
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| Sieht zumindest kuschlig und warm aus |
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| "Sphere" |
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| was fürs Auge |
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| Die Kirche im Hotel |
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| Eine andre Art von Bilderrahmen |
Nachdem uns ja doch allen recht kalt war nach dem Aufenthalt im Eishotel (obwohl es drinnen warm war), gabs mal ein nettes Aufwärmgetränk bevor wir am Abend zur ersten Snowmobile-Tour aufgebrochen sind. Gemeinsam mit einigen anderen Touristen sind wir abends von Kiruna weg mit den Schneemobile mitten in die Wildnis gefahren, um dann dort in einer Holzhütte ein typisch lappisches Essen zu genießen. Rentiereintopf.
Die Tour selbst war recht schön und führte duch tief verschneite Wälder. Einzig und allein der Fakt, dass wir so viele waren bremste uns. Dadurch das auch Kinder dabei waren, konnten wir nicht so schnell fahren. Und zu guter Letzt verdarb uns dann noch ein Spanier mit dünnen FINGERHANDSCHUHEN den Spaß. Da er seine Finger nicht mehr spüren konnte (warum wohl??) drehten wir nach dem Essen um und fuhren zurück ins Camp.
Doch etwas entäuscht davon beschwerten wir uns dann bei der Tour-Leiterin, bekamen dafür dann die Thermosocken gratis zum mitnehmen, was aber auch nicht wirklich ein Trost war. Wir verbrachten also einen Abend am Schneemobil bei -30 Grad und mehr, sahen aber auch keine Nordlichter (bzw nur ganz ganz schwach)
Mehr oder weniger müde gings dann heim, eine letzte Runde Kings-Cup, und dann ins Bett.
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| Bei -30 Grad ziehen sich sogar Schweden was an :) |
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| Es wurde aber trotzdem warm: Abkühlung im Schnee |
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| Lukas und Hannah am Snowmobile |
Der dritte Tag
Der dritte Tag startete recht spät, da wir wussten, das unsere gebuchte Minentour erst am Abend stattfinden sollte. Gegen Mitte des Tages bekam dann Lukas doch den Anruf, das die Tour abgesagt wurde, da wir zu wenig Leute sind. Wir entschieden uns dann deshalb, eine kleine Tour zum Aussichtshügel zu machen, auf dem es auch eine Skipiste gibt. Am Weg dort hin konnte ich es mir dann aber nicht nehmen lassen, in Kiruna noch kurz klettern zu gehen. ;-)
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| Klettern in Kiruna, weiter nördlich war ich noch nie ;-) |
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| Nette Zeichnung |
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| Christina, im Hintergrund die Mine von Kiruna |
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| Unsere kleine Reisegruppe |
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| Die Mine von Kiruna: die größte Mine der Welt |
Anfangs waren wir etwas niedergeschlagen, dass wir die Minentour nicht machen konnten, da es sich um die größte Mine der Welt handelt. Es wäre doch interessant gewesen, die Mine zu besuchen und bis auf 540 Meter hinunterzusteigen (derzeit sind die dort schon auf einem Level von 1,25km unter Tag). Im Endeffekt stellte sich dies aber als die beste Entscheidung überhaupt heraus. Genau zu der Zeit, wo wir in der Mine, also hunderte Meter unter Tag, gewesen wären, sahen wir die schönsten Nordlichter. Schon als wir von unserer Tour-Leiterin abgeholt wurden an dem Abend, begann das Schauspiel. Als wir dann an unserem Haus waren, welches wir für diesen Abend gemietet hatten, war das Wunderwerk voll im gange.
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| Nordlichter am ganzen Himmel |
Während wir den wunderschönen Nordlichtern beim Spielen am Himmel zusahen, entschlossen wir uns den Surströming zu essen. Eine schwedische Spezialität (mehr oder weniger). Übersetzt bedeutet das "saurer Hering". Es ist im Prinzip Gammelfisch. Hering der zuerst eingesalzen wird und dann in einer speziellen Sauce in der Dose an Sonnenlicht dahinrottet. Alleine beim Öffnen der Dose wurde uns allen schlecht, doch wir blieben hart und zogen das Ganze noch durch. Es wurden Sandwiches mit Sourcream und Zwiebel vorbereitet, auf denen dann der Surströming zum Liegen kam. Auf 1, 2, 3 nahm jeder einen großen Bissen und fing an zu kauen. Die Harten schluckten es sogar runter, andere spuckten alles gleich wieder aus. Der Geschmack topt den Gestank noch ca. um das hundertfache. Aber: wir haben es versucht.
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| Surströming so wie er aus der Dose kommt |
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| Der erste Versuch |
Nach einem versautem Sandwich mit Surströming ging es später richtig ans Kochen. Mathijs und F-J zauberten eine brilliante Pasta und gemeinsam am großen Tisch in unserem eigenen Haus für diese Nacht gab es dann ein super Abendessen.
Abgeschlossen wurde der Abend bei einem Bier vor dem Fernseher und dem offenen Kaminfeuer bevor wir dann über den zugefrorenen See zum Hauptcamp gingen, um dort die Sauna anzufeuern und uns anschließend im eiskalten See abzukühlen. Das Aufwärmen der Sauna dauerte jedoch einige Zeit, da diese für ungefähr 20 Leute gebaut war - also recht groß. Wir vertrieben uns aber die Zeit mit einigen Runden Kings-Cup, was für Spaß und Kurzweile sorgte.
Der Saunagang selbst war auch mal was besonderes. Wann hat man schon die Möglichkeit den Boden in der Sauna zu öffnen, eine dünne Eisschicht zu durchschlagen und dann in den darunterliegenden See zu springen. Die Sauna ist direkt am See gebaut (natürlich auf Pfählen) und im Winter haut man dort einfach ein Loch in den zugefrohrenen See, um reinspringen zu können. Auch wenn die Überwindung anfangs groß war, die Abkühlung war hervorragend.
Zurück gings dann wieder über den See, für einige von uns sogar mit Langlaufskiern. Zu dieser Zeit waren die Nordlichter aber schon fast wieder weg. Werden wohl auch genug vom Gestank des Surströmings gehabt haben.
Der letzte Tag
Nachdem unsere erste Tour mit den Schneemobilen ja etwas fad war, entschieden wir uns beim Camp Alta zu fragen, ob man denn nicht noch eine Tour machen könnte, die dann aber etwas flotter gemacht werden würde. Kurz darauf erhielten wir auch schon die Antwort: nächster Morgen, 9:30 Pick-Up und dann 38 km über zugefrorene Seen entlang zum Eishotel und zurück. Klang vielversprechend und wir alle freuten uns.
Doch nach der Sauna am Vorabend bekamen wir eine SMS, dass die Tour gecancelt werden musste, weil einer der Guides ausgefallen sei. Also hatten wir eine etwas längere Nacht, wir mussten ja auch das Bier aufbrauchen.
Morgens um 7:45 erhielt Lukas dann einen Anruf, dass die Tour doch stattfinden konnte, aber so gegen 10:30. Alle von uns (verkatert) freuten sich aber riesig und wir sagten zu.
Wir wurden also abgeholt nachdem wir das Haus geputzt hatten und ich den Müll in den Mülleimer geworfen hatte, wo vorabends der Surströming drinnen landete. Ich entschied mich dann aber doch dazu, nicht dort auch reinzukotzen und behielt das Frühstück brav im Magen.
Im Camp angekommen wurden die Schneemobile schon vorgeheizt bzw liefen warm, während wir angezogen wurden. Wie auch schon bei der letzten Tour bekamen wir übergroße Overalls, die wir über unsere Schiwäsche anzogen und zusätzliche Handschuhe und Schuhe. Man sieht zwar aus wie das Michelin-Männchen danach, aber bei 100 km/h und -25 Grad Außentemperatur zieht man das gerne an. Wichtigestes Kleidungsstück ist aber fast der Schal + die Sturmmaske. Manche von uns können da eine Geschichte erzählen was passiert, wenn Schal + Sturmhaube nicht ganz unter die Schibrille ragen.
Nach der Prozedur gings dann aber schon los: anfangs mit Startschwierigkeiten (die Dinger sind die ganze Zeit abgestorben weil es so dermaßen kalt war, und ich durfte jeden wieder per Kickstarter ankurbeln) gings dann aber doch über den ersten See, zum Aufwärmen mit nur 60 km/h.
Kurz nach dem ersten See kam eine Straße wonach es dann in den tief verschneiten Wald ging. Tief verschneite Bäume entlang vom Flussbett und einfach traumhafte Natur prägten uns. Danach kam der Fun-Part: mit ca. 100 km/h gings letzten Endes die letzten (geschätzten) 6 km entlang eines Flusses zum Eishotel. Man kann sich nicht vorstellen wie viel Spaß es macht so ein Ding über eine reine Schneefläche zu treiben, mit 100 Sachen.
Nach kurzer Aufwärmpause am Hotel ging es dann wieder retour zum Camp wo wir uns dann am Eisfischen versuchten. Fischen mag schon ein Geduldssport sein, doch Eisfischen schlägt alles. Erstens braucht man mal Ewigkeiten und noch drei Tage um ein Loch in den See gebohrt zu haben und dann sicher nochmal so lange um überhaupt mal ein Fischchen zu sehen. Da die Eisdecke am Ufer doch recht dick war (man sagte uns so um die 70cm bis einen Meter) entschieden wir uns dazu, unser Loch etwas weiter in der Mitte zu machen. Doch auch dort ist es noch 50 cm und dicker. Wir hielten also nicht lange durch und gaben es dann nach 15 cm Loch auf. Fazit: zu fad
So wie der Tag angefangen hat, so hat er dann auch geendet: mit einem wunderschönen Schauspiel am Himmel. In Kiruna ist zu dieser Zeit die Polarnacht, dh, die Sonne steigt nie über den Horizont. Es wird zwar hell und wieder dunkel, doch ist das Gefühl ganz komisch und das Licht ganz anders. Eine Art Sonnenaufgang und Untergang ist zwar erkennbar, doch verfärbt sich der Himmel ganz eigen. Farben sind einfach viel intensiver und gehen mehr ins Rot und Orange.
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| "Sonnenaufgang" so gegen 9 am Morgen |
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| Unsere Raser: Hannah und Christina, mit 120 übern zugefroren See |
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| wunderschöne verschneite Landschaften |
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| wohin das Auge reicht Schnee |
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| "Sonnenuntergang" überm See |
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| Hannah versucht sich mal mit dem großen Spielzeug |
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| das sieht schon vielversprechend aus |
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| Wir vor dem wunderschönen Sonnenuntergang am zugefrorenen See |
Nachdem wir dann noch den letzten "Sonnenuntergang" am See betrachtet hatten ging es wieder zurück in die Stadt und später zum Flughafen, wo unser Ausflug dann auch sein Ende fand. Zurück nach Stockholm und nächsten Tag weiter nach Växjö hieß es dann.
Nichts desto trotz ist dieser Kurztrip einer der schönsten und aufregensten seit langem gewesen. So viele schöne Dinge, die nicht so viele Leute sehen wie zB Polarlichter und Polarnächte konnten bewundert werden. Auch wenn es kalt dort oben ist, es ist wunderschön im Winter und auf alle Fälle einen Ausflug wert. Ich werde die Zeit dort sicher nicht so schnell vergessen.
PS: Alle Bilder von Kiruna:
Kiruna
Hej då,
Harald
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