Samstag, 19. Januar 2013

Bangalore und der Gelb-Grüne Blitz


Hallo zusammen,

ja was gibts Neues zu erzählen von meiner Seite her? Eigentlich nicht viel. Die Konferenz ist zu Ende und war im Großen und Ganzen letzten Endes durchwegs OK. Die Qualität der Papers ist zwar nicht überragend, aber zumindest um einiges besser als in China. Und die Vorträge wären durchwegs verständlich. Inder sprechen doch ein besseres Englisch als Chinese oder Thais (sorry für dieses "Vorurteil" an dieser Stelle, ist mir aber nur auf der Konferenz aufgefallen).

Das große Abschlussdinner der Konferenz war dann doch nicht so groß. Es waren lediglich nur noch einige Organisatoren und Panel-Speaker dort, und vier von den Teilnehmern, zu denen ich auch gehörte. Und wenn Charles, Sami, Claus und ich uns das vorher nicht ausgemacht hätten, wären die Typen dort auch alleine gehockt. Eigentlich schade bei dem riesen Buffet im Sheraton. Das Essen war echt der Hammer. Traumhaft gutes indisches, chinesisches und Allerlei Essen. Ich hab mich aber auf das indische beschränkt: Dal Bhat mit viel Pappat Brot stand auf dem Speißplan.
Nach dem Essen gings dann noch ab in die Stadt in den "Blue Ginger" - ein netter Club in der Innenstadt. Gleich viel dann auch auf, dass die Innenstadt deutlich anders ist. Verwinkelte Straßen, enger, unübersichtlich und noch dreckiger. Tja, und in Mitten von all dem dann wieder diese "Oase" mit Palmen, viel Grün, Bäume und eben unserem Club mitten drinnen. Spät wurde es aber eh nicht, die zwei Dänen (Sami und Claus) wollten am nächsten Tag weit raus fahren und mussten dafür um 6 Uhr los. Charles (Oxford (MSc in BMEng) und Harvard Medical School Student mit einem MBA so nebenbei) war dann auch nicht mehr so motiviert, also sind wir dann abgerissen.


Meinen letzten Tag in Bangalore wollte ich dann noch ordentlich nutzen, um mir doch ein bisschen die Stadt anzuschauen. Dafür gings am Vormittag mit einem Auto-Rickshaw (einem Tuk-Tuk) in die Stadt. 3 leicht-Rost-Räder drauf, einen (gefühlt) 5PS Motor drinnen und eine Plane übern Kopf gespannt, so sah mein gelb-grün lackierter Blitz aus. Das Ganze bekommt man für den ganzen Tag für ungefähr 1000 Rupees. Dh, der Fahrer bleibt immer da, wartet, und bringt dich quer durch die ganze Stadt von A nach B.

Die Fahrweise kenn ich ja schon, aber am Tuk-Tuk schaut das noch mal schlimmer aus. Gehupt wird überall, auch aus keinem ersichtlichen Grund (also für mich nicht). So gings dann in knapp 30 Minuten vom Hotel weg in die Innenstadt zur Commercial Street - eine große Einkaufsstraße. Naja, so wie alle gesagt haben is es nun auch wieder nicht. Halt einige kleine Shops und Geschäfte, das wars dann auch schon. Nicht sehr interessant muss ich sagen, aber ich bin ja auch kein Shopping-Typ. Dort hab ich mir in der Nähe dann noch einige Kirchen und Moscheen angschaut sowie ein paar kleine Tempel. Sehr eigenartig muss ich sagen, hier auch diese drei Glaubensrichtungen zu finden: Katholiken, Muslime und Hinduisten/Buddhisten (da gibts einen Unterschied, aber ich verwechsel die zwei eh immer).

First-Person-View aus dem Tuk-Tuk

Commercial Street in Bangalore

Mag wer einen Teddy?

Kommt mir doch nur zu bekannt vor aus Kathmandu.

Religionen ... Leute hier sind ganz schön tollerant!

Gewürze, Kichererbsen, sonstiges?

St. Paul's Church

Die Stadt hat schon teils was von den Briten abgekommen. Kolonialstil

So kann man sich auch Niederquerschnittsreifen machen ;-)
Von dort gings an den Ulsoor Lake (ein kleiner See in der Stadt), aber mehr als eine Drecksbrühe ist das nicht. Kein Wunder dass dort das Schild "Baden auf eigene Gefahr" steht. Wennst nicht ersaufst in 5 Minuten, fressen dich die Bakterien auf.

Das sagt doch schon alles, oder?

Irgendwer baden?
Nächster Stopp war ein riesiger Souvenier-Shop: die Central Cottage Industries. Sehr eigenartig, was man sich hier alles als Souvenier kaufen kann. Riesige Statuen von Ganeis (der Gottvater laut meinem Tuk-Tuk Fahrer) und Shiva (sein Sohn, also nicht vom Tuk-Tuk-Fahrer aber von Ganeis), Teppiche, alle Arten von Gerümpel zum hin-/auf-/um-/wegstellen oder aufhängen, Tee und Gewürze in zig Variationen uvm.


Der Schachtisch war echt super. Den wollt ich fast mitnehmen.
 Ich hatte bald die Schnauze voll, also fuhren wir weiter Richtung "Museumsquartier". Dort sind einige Museen nebeneinander gebaut: Technik, Raumfahrt, Kunst und noch was. Ich war dann aber eh nur im Technik und Raumfahrt Museum drinnen. Eintritt: 20 Rupees (= 0,30 EUR). Das war eigentlich ganz ok. Aufgebaut wie das technische Museum in Wien, mit vielen Spielen für Kinder und Dinge die man halt in Bewegung setzen kann. Aber ich hatte da bald einen brummenden Schädel. Da waren Schulklassen drinnen, noch und nöcher. So laut am Brüllen und Schreien, das war ein Wahnsinn. Die haben aber auch nix gemacht dort. Also anstatt sich mit den Dingen wirklich auseinander zu setzen, zu lesen was da steht, etc. haben die nur jeden Knopf gedrückt, jeden Hebel betätigt, jedes Rad gedreht und gewartet, dass sich irgendwo was tut. Wenn sich nix tat, weiter zum nächsten Knopf. Also gelernt haben die davon nix.

Flugmaschinen und sonstige Gerätschaften.

Na was für eine geile Ansage!

Kunstmuseum.

Ich bin dann danach raus und noch etwas dort durch diesen Park und die Gärten spaziert, bis mich dann der Fahrer abgefangen hat und gesagt hat, ich darf das nicht, weil das ein heiliger Garten sei oder so. Naja, woher soll ich das denn wissen.

Recht fertig von dem ganzen Gehupe und der Hatscherei in der Sonne wollte ich dann aber nix mehr anderes machen und bin wieder zum Hotel zurück. Aber in 2 Stunden gehts eh zum Flughafen und auf nach Sri Lanka. Der Tuk-Tuk Fahrer ist aber auch ein Hundling (was eh klar war): bleibt der nicht bei jedem Souvenier Laden auf dem Weg zurück stehen und fragt, ob ich denn nicht noch rein will. Die bekommen nämlich meist eine Art Provision von den Ladenbesitzern, wenn die Kunden anschleppen. Nachdem ich dann beim dritten Laden schon richtig sauer war und ihm mit etwas Nachdruck gesagt habe dass er einfach zum Hotel fahren soll, war er glatt böse.

Der gelb-grüne Blitz!

Viel spannendes war also nicht dabei. Wenns in Sri Lanka was besseres zu berichten gibt, folgt noch der ein oder andere Eintrag. Aber eigentlich wär ich jetzt grad fast lieber in Österreich und würde dort die paar Tage Urlaub auf Skiern verbringen nachdem ich nun gelesen hab, dass es überall soviel von dem weißen Zeugs gibt. Naja, man kann nicht alles haben.

So long,
Harald

PS: bin schon in Negombo (Sri Lanka)

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen