Montag, 1. November 2010

Venedig des Nordens: Stockholm

Hallo zusammen,

lange ist es her, dass ich den letzten Eintrag hier geschrieben haben. Doch besser spät als nie berichte ich nun mal von den vergangenen 3 Wochen, wo doch durchaus viel geschehen ist.

Mit dem Besuch von Stockholm habe ich nun fast alle großen Städte in Schweden gesehen und auch den königlichen Boden hier in Schweden betreten. Zusammen mit vielen Freunden und Bekannten ging es für 3 Tage ins Venedig des Nordens, wo die Häuser von Stockholm idyllisch auf kleinen Inseln gelegen sind.

Tag I: Stockholm bei Nacht
Der erste Tag war mehr oder weniger als Anreisetag geplant, da wir doch erst recht spät vom Campus aufgebrochen sind und die Fahrt Richtung Norden mit dem Bus auf schwedischen Straßen doch lange dauert. 7 Stunden nach Abreise von Växjö sahen wir die Stadt vor uns liegen. Da war es aber auch schon fast 16 Uhr. Nachdem wir dann aber im Hostel eingecheckt haben - manche von uns durften ja am Schiff schlafen - gings für eine Ersterkundung in die Stadt.

Die Unterkunft von machen von uns: das Schiff
Schwedens Reichstag

Nachdem wir ja neu in der Stadt waren gings mal einem definierten "Sightseeing-Path" nach, der uns über die belebten Shoppingstraßen führte, vorbei an der Kunstalle, durch die Fußgängerzonen Richtung Reichstag und Königspalast und wieder zurück zum Hostel.

Fußgängerzonen mit bekannten Schildern


Da es ja schon recht spät war, durften wir dann aber die Stadt bei Nacht erleben. Und wie fast jede Stadt sieht auch Stockholm in der Nacht nochmal besser aus. Sogar der sonst nicht so schöne Königspalast in Stockholm sieht in der Nacht noch gut aus :-D

Nächtliches Stockholm
Unsere Unterkunft bei Nacht
Königspalast (kongligen slottet)
Nach diesem ersten Ausflug durch die Stadt gings später in die Stadt zurück um den Abend in einem Pub ausklingen zu lassen.

Tag II: Stockholm bei Tag und der Königspalast
Am Vormittag durften wir hier die Stadt wieder selbst erkunden. Also wählten wir eine andere Route als den Abend zuvor. Diesmal führte uns der Weg vorbei am Nationalmuseum und der Oper sowie dem Dramatheater und später zum Palast, wo wir dann die Ablöse der Palastwache verfolgten.

Nationalmuseum
Theater
Um 13 Uhr waren wir zum Vorplatz des Palasts bestellt worden, um die Ablöse der Wachen mitverfolgen zu können, doch enttäuschten uns die schwedischen Soldaten hier voll und ganz. Aus der sonst so groß beschriebenen schwedischen Pünktlichkeit wurde an diesem Tag nichts. Mit beinahe einer Stunde Verspätung begannen die Soldaten erst kurz vor 2 mit der Ablöse. Da wir aber dann zur Führung durch den Palast mussten, erlebten wir nicht alles mit. Obwohl das Spektakel so groß beschrieben wird, ist es nichts besonderes. Eine Militärmusik marschiert ein, gefolgt von der neuen Mannschaft. Dann gibts kurz eine Aussprache zwischen den Dienstführenden Offizieren, und das wars dann auch schon.

Militärmusik
"Melde, 20 Mann zur Dienstablöse angetreten"
Der Palast an sich ist nicht so prächtig wie man sich einen Palast vorstellen würde. Der Palast brannte irgendwann so gegen 1730 beinahe vollkommen nieder. Der vorige Palast sah aus wie ein Disney-Schloss. Wunderschön, wenn man zumindest den Skizzen und Modellen Glauben schenkt. Die damaligen Könige wollten dann aber in Ruhe und Ordnung leben und wollten nach dem Vorbild von Versailles einen Palast, der symmetrisch ist. Doch Außen spiegelt sich nicht wirklich Versailles wider. Die Fassade ist ein bisschen heruntergekommen und in mattem Grau-Braun gehalten. Kein Gold, keine Verziehrungen, kein Garnichts. Innen jedoch kann der Palast durchaus mit dem in Schönbrunn zB mithalten. Prunkvolle Säle, Schlafzimmer, Arbeitszimmer usw prägen das Bild. Leider durfte ich hier keine Fotos machen.
Fazit vom Palast: innen schön, aber außen nicht so ansehenswert.
Unser Kommentar: "die hätten besser noch 10 Mio. SEK in die Fassade investiert anstatt die Vasa zu bauen und dann eh 1,5km vorm Hafen untergehen zu lassen"

Town-Hall am Hügel

Tag III: Vasa-Museum und Skansen
Nachdem es ja am Vorabend eine doch etwas ausgelassene Feier gab, begann der nächste Tag etwas ruhiger mit einem angenehmen Besuch im Vasa-Museum.

Die Vasa war ein Schiff der Schweden um die damaligen Feinde (vor allem Polen und die Dänen) zu beeindrucken. Für damalige Zeiten hatte es abnormale Maße und war mit 64 Kanonen ausgestattet, auf 2 Ebenen. Das war auch das Problem, was die Vasa 1,3 km vor Stockholm zum kentern brachte. Durch die enorme Schräglage bei Wind kenterte die Vasa und sank. Fehler war wohl die zweite Kanonenreihe an Bord, die der König noch unbedingt eingeführt haben wollte, obwohl das Schiff für eine ausgelegt war. Der erhöhte Schwerpunkt und die enorme Segelfläche von 1300m² brachten das Schiff bei geringem Wind in Schräglage. Mehr Infos dazu gibts hier, wenns jemanden interessiert: Vasa @ Wiki
Das Museum selbst beinhält nun die gehobene Vasa, die erstaunlich gut erhalten ist, da sie im kalten Wasser vor Stockholm nicht vom Schiffswurm zersetzt wurde. Das Musuem ist echt sehenswert und ein MUSS wenn man nach Stockholm kommt.

Die Vasa

Danach gings noch ins Skansen "Freiluft-Museum". Dabei handelt es sich um eine kleine Stadt, die originalgetreu vom Süden Stockholms in die Stadt übersiedelt wurde. Alle Gebäude sind hier in ihrem ursprünglichen Aussehen erhalten und werden weiterhin bewohnt und betreut. Man kann in alle diese Gebäude rein gehen und den Leuten bei der Arbeit zusehen. Bäcker, Töpfer, Hufschmiede, ....

Die typischen schwedischen Häuschen sind hier zu sehen wie auch Windmühlen, die sich normalerweise auf Öland befinden.
Alles in allem ist Skansen wirklich wunderschön, wenn man schwedischen Lebensstil erkunden will. Wirklich nur zu empfehlen.


Eingang zum Skansen Park/Museum
Schwedische Süßspeise: Kanelbullar
Die Art von Zaun kommt mir bekannt vor
Windmühle von Öland (oder wars Gotland *gg*)
Nach 2,5 Monaten in Schweden: ich lebe noch :)

Nach diesem letzten Museum gings dann wohl recht müde zurück nach Växjö, erneut 7 Stunden im Bus. :(

Hier noch die Links auf die restlichen Bilder:
Tag I: Abend in Stockholm
Tag II: Stockholm bei Tag, Königspalast
Tag III: Vasa und Skansen

Hej då,
Harald

PS: wer Rechtschreibfehler findet, darf sie behalten

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