Sonntag, 3. Oktober 2010

Trip nach Mölnlycke und Göteborg

Hej hej,

um auch im Oktober was auf den Blog zu schreiben gehts mal los mit der Geschichte zum Trip nach Göteborg und Mölnlycke (kleine Stadt etwas südlich von Göteborg).

Eingeladen von zwei schwedischen Mädls (Frida und Peggy), die dann auch als Tourguides fungierten, gings an einem Samstag zusammen mit Claudia und Franz-Josef nach Göteborg, wo wir bei Frida übernachteten. Dort angekommen wurden wir mal verköstigt um später zu einer schwedischen Preparty aufzubrechen, die in Göteborg bei Peggys Freunden im Gange war.
Schweden ist ja etwas eigenartig was das Partyverhalten der Leute angeht, wenn man zB aus Österreich kommt. Die Leute hier (natürlich gibt es immer Ausnahmen) gehen so ca. nach folgendem Prinzip vor: zu Hause gibt es zuerst eine Preparty, bei der billiger Alkohol getrunken wird, bis dieser anfängt zu wirken. (Alkohol wird in Schweden ja staatlich kontrolliert und ist deshalb so hoch besteuert, dass er zu teuer ist). Danach wird ausgegangen und im Club/Pub/Lokal holt man sich dann nur noch die "Luxuspromille" + die charmante Begleitung für den restlichen Abend. Wenn Schweden so auch recht ruhig und zurückhaltend wirken mögen, so sind sie umso offensiver wenn sie zum Alkohol greifen.
Nach der Preparty gings also los um die Innenstadt von Göteborg unsicher zu machen.

Was lustig begonnen hat muss auch lustig enden: mit Frida am Beifahrersitz, die aus dem Fenster deutet und "Älg" (Elch) ruft. Auch der Taxifahrer, der gerade am reden mit Frida war und deshalb nicht so wirklich auf die Straße geachtet hat, war etwas überrascht, entschloss sich dann aber doch noch zu bremsen. Wer schon mal in Österreich das "Vergnügen" mit einem Reh auf der Straße hat und denkt, sowas ist groß, der sollte mal nach Schweden kommen. Obwohl wir in einem Mini-Bus saßen (wir waren ja 6) war der Elch .... ich sag mal riesig. Hier würde der Tip des ÖAMTC mit "Ausweichen um einen Aufprall zu vermeiden" durchaus Sinn machen. Leider gibts kein Bildchen von dem Vieh .... das kann ziemlich schnell sein wenn es mag.


Spaziergang durch den Wald und rund um Nordsjön
... oder: "wir sind eh gleich da"

Da ein Teil unserer Runde doch etwas verkatert war am Sonntag entschlossen wir uns die Tour nach Göteborg erst am Montag zu machen und dafür am Nachmittag eine Tour rund um den See Nordsjön zu machen - Fridas Heimatsee. Geplant und angekündigt als 2,5-3 Stunden Tour gings von Fridas Haus los, mit Frida als Guide. Die ersten paar Kilometer vergingen ja wie im Fluge: schöne Landschaften, der Ausblick über den See, tiefgrüne Wälder und Wiesen ... schön wars.
Doch nach so ca. 2 Stunden (als wir ja eigentlich schon fast wieder zurück sein hätten sollen) suchten wir dann mal nach einer weißen Brücke (laut Frida), die eine Verbindung zw. 2 benachbarten Seen überbrücken sollte. Die "weiße" (sie war braun/schwarz) Brücke gefunden gings nun weiter und nach ca. einer weiteren Stunde sahen wir Fridas Haus wieder .... mit dem Teleobjektiv meiner Kamera vom gegenüberliegenden Ende des Sees. Kurz die Karte gecheckt stellten wir fest, dass wir erst ca.die Hälfte des Weges hinter uns hatten.
Also gings auf, den Rest der Strecke (wir haben nachgemessen, es sind ca. 12km) zu schaffen. Quer durch den Wald, über Stock und Stein gings weiter. Wage Beschreibungen von Frida führten uns dann doch recht oft in die falsche Richtung, was wir dann aber doch bald merkten. Irgendwie schien auch mein Tipp bei ihr nicht ganz angekommen zu sein. Wo wir das Haus verliesen war der See auf unserer rechten Seite. Wenn man also eine Runde geht, so sollte der See immer rechts bleiben. Komisch dass er dann mal links war - mir aber keiner glauben wollte das wir falsch gehen *gg*.
Frida, die sich dann irgendwie nicht mehr so richtig als ortskundig erwiesen hatte, versuchte uns dann nach Stunden mit folgenden Sprüchen aufzuheitern: "Ich weiß ihr wollt das jetzt nach 5 Stunde nicht hören, aber das ist der Weg den ich normalerweise immer gehe".
Nach gut 5,5 Stunden sind wir dann doch wieder bei ihr daheim angekommen und wurden freundlicherweise von Peggy und Fridas Eltern empfangen. Mit einem Schnaps :D.
Nichts desto trotz wars lustig. Wir hatten Spaß, "Auslauf" und sahen viel von der Natur in Schweden.
Als Stärkung gabs am Abend ein wunderbares Abendessen von Fridas Mutter mit schwedischem Apfelkuchen als Nachtisch.
Um den Tag noch zu vollenden entschlossen wir uns ein Bad zu nehmen ... im See vor Fridas Haus. Wassertemperatur 13 Grad, Außentemperatur ca 10 Grad. Nur die Sauna konnte uns dann wieder aufwärmen.

Fliegenpilz auf schwedisch???

Moos
"Und wenn ich mal groß bin, bin ich ein Steinpilz"
verlassenes Boot am See


Göteborg

Nächsten Tag gings dann ab nach Göteborg, wo wir uns wieder auf den Tourguide Frida verliesen. Sie machte aber den Eindruck, in der Stadt sattelfester zu sein als im Wald, woraufhin wir ihr wieder unsere Vertrauen schenkten. Eine ausgedehnte Tour führte uns vom Hauptbahnhof in Göteborg, vorbei am "Göteborg Eye" zur Oper, von dort über die Einkaufsstraßen zum Platz wo Gustav Adolf Göteborg gegründet hat. Die Fortgehmeile auch bei Tag betrachtet führte uns diese Straße zur Statue von Neptun, der leider diesesmal ohne Wasser auskommen musste. Vorbei an der Uni von Göteborg gings dann in Richtung Altstadt, wo wunderschöne alte Ziegelsteingebäude das Bild prägen. Nach einer kurzen Stärkung gings weiter wieder zurück Richtung Hafen und Markt, vorbei am Feskekörka, dem Fishmarkt.

Göteborg an sich ist eine sehr schöne Stadt, was jetzt meine Meinung angeht. Nicht zu groß und nicht zu klein (ca. 500.000 Einwohner im Zentrum, 900.000 mit der näheren Umgebung eingerechnet), ausgestattet mit einem guten öffentlichen Verkehrsnetz (Busse, Straßenbahnen) und einer schönen Lage am Meer lässt es sich hier durchaus leben.
Auf alle Fälle ist Göteborg einen Stopp Wert wenn  man Schweden besucht. Zudem gehört Göteborg ja zu den drei größten Städten in Schweden. (Stockholm, Göteborg, Malmö)

Ducky @ Fridas Haus
The "Gothenburg Eye"
Peggy genießt die Sonne
Die Oper in Göteborg
Gründer Gustav Adolf
Typische Gebäude in Göteborg
Kirche in Göteborg
Nacht in Mölnlycke am See Nördsjön



Mölnlycke

Den Abschluss unseres Ausflugs bildete dann ein kleiner Tripp durch Mölnlycke, Fridas Heimatstadt. Mit nur ca. 15.000 Einwohnern ist diese Stadt in etwa vergleichbar mit Wolfsberg. Schön gelegen an einem kleinen Hügel gibts dort wunderschöne Parks und kleine Seen und Teiche, die bei einem Kurztripp durch Mölnlycke besichtigt werden können.

Steg beim Hause Lindqvist
Saunahaus @ Lindqvists
Es wird Herbst
Teich im Wald
Friedhof in Schweden
Kunst in Mölnlycke

Am Ende des Tages gings dann wieder zurück nach Växjö, wo wieder der Uni-Alltag wartete.
Alles in allem war es ein super Ausflug. Danke nochmals an Frida und Peggy, fürs Dolmetschen und uns schwedisch beibringen.

PS: der Rest der Bilder:
Wandertag:  hier
Göteborg: hier
Mölnlycke: hier

Hej då, Harald

Dienstag, 21. September 2010

Gotland: Visby och Fårö

Hej Hej aus dem hohen Norden,

dass es in Schweden viel Wasser gibt, war mir schon immer klar. Seen sind hier allgegenwärtig und prägen die Landschaft. Doch dass es auch wunderschöne Küstenlandschaften gibt und sogar Sandstrände, das musste ich zuerst selbst kontrollieren.

Mit dem Trip nach Gotland, den Besuch der dortigen "Hauptstadt" Visby und den Ausflügen nach Fårö wurde dies auch gemacht.

Anreise nach Gotland
Gotland liegt ca. 3 Stunden (mit der Fähre) von der Küste Schwedens entfernt. Das Fährenunternehmen, welches zwischen Oskarshamn und Visby verkehrt, bietet auf der Überfahrt alles an, um die Zeit zu verkürzen: angefangen beim Restaurant, Kino, Schlafgelegenheiten, usw sind hier auf der Fähre untergebracht.

Oskarsham bei Nacht beim Ablegen der Fähre
Gotland an sich ist geprägt von Natur und vielen alten Bauten. Alte Steinhaufengräber, Ruinen von Burgen usw sind hier überall zu sehen. Es gibt sogar Reste von Steinhaussiedlungen aus der Zeit von Christi Geburt hier.
Das ursprünglich zu Dänemark gehörende Gotland wurde stark durch viele Kriege geprägt, daher auch die ganzen Burgen, Festungen, Schutzwälle usw. Erst späte, gegen 1645, wurde Gotland wieder schwedisch. Es wurde jedoch auch noch danach noch öfters von Dänen besetzt oder überfallen.

Visby och Fårö
Am ersten Tag wurde die Stadt Visby an sich erkundet. Enge Gassen und nette kleine Schwedenhäuser sind hier vorherrschend. In Mitten der Stadt findet sich aber auch eine wunderschöne Kirche. Domkyrkan S:ta Maria ist nicht nur von außen schön, sondern hat auch im Inneren was zu bieten. Auf jeden Fall einen Besuch Wert.

Ruine von S:ta Katarina
Fensterdetail
Figuren auf der Domkirche S:ta Maria
Figur
Marienfigur beim Eingang
Leuchter in der Kirche
Fenster mit Orgel im Vordergrund

Nach der Stadtbesichtigung innerhalb der Mauern gings später raus, um die Stadtmauern zu bewundern. Die gesamte Stadt ist umgeben von dieser, sich noch immer in sehr gutem Zustand befindlichen, Schutzeinrichtung.

Stadtmauer von Visby

Am frühen Nachmittag gings dann von der Insel Gotland auf eine weitere kleine Insel vor Gotland: Fårö. Diese Insel hat vor allem eine schöne Küste zu bieten, die von Felsbrocken und Felsformationen geprägt ist.

Wunderschön griffige Felsen, perfekt zum Bouldern
Focus on the detail: das "scharfe" Wasser
Fels in der Brandung

Zu guter Letzt gab es am Abend noch einen traumhaft schönen Sonnenuntergang zu sehen. Da wir uns auf der Westseite der Insel befanden und am Horizont nichts im Wege war, konnten wir ein Naturschauspiel sondergleichen verfolgen. Dazu passte noch perfekt, dass es am Horizont leicht bewölkt war, was zu einem atemberaubenden Sonnenuntergang führte.

Sonnenuntergang auf Gotland
Ein einsames Schiff am Horizont

Am Folgetag wurde vor der Abreise noch einmal kurz die Stadt Visby erkundet. Das noch nicht erforschte des ersten Tages wurde jetzt umso genauer unter die Lupe genommen. Ein Ausflug in den botanischen Garten und anschließend ein Spaziergang am Strand rundeten den Ausflug ab, bevor es dann nach einem Zwischenstop bei einer schwedischen Fika wieder zurück zum Festland ging.

Altes Straßenschild
Christina im botanischen Garten
Schwer zu fotografieren bei vollem Zoom und Flug: Seemöwen
"Überblick"

Milchreis gekocht mit Safran - dazu Kaffee
 Fika
 Den Briten sei ihre Tea-Time gegönnt, doch die schwedische Kultur hat die Fika. Als Fika bezeichnet man hier die Kaffeepause mit Kuchen, wobei dies nicht so eng gesehen werden darf. Es kann jegliche Art von Getränk gemeint sein: also auch Tee oder Saft. Auch beim Kuchen sieht man es nicht so eng. Ob es nun die originale Fika ist mit Kaffee und einer Kanelbullar (eine Art Zimtschnecke mit Karamel) oder der oben abgebildete Kuchen der typisch schwedisch ist, ist egal. Auch beliebt: schwedischer Apfelkuchen in jeglicher Form.

Soweit die Erfahrungen auf hoher See, Gotland und Fårö.

PS: alle Fotos des Trips in besserer Qualität:

Vi läses, Hej då!
Harald

Donnerstag, 16. September 2010

Öland: Insel mit Charme


Hej hej,

einen Tag nach dem Welcome-Dinner begaben wir uns auf den Weg nach Öland, "die kleinste historische Provinz Schwedens" [http://de.wikipedia.org/wiki/%C3%96land]

Dieses niedlich kleine Eiland liegt wenige Kilometer vor Kalmar, der Stadt in der der zweite Standort der Linnaeuniversitetet angesiedelt ist, im Osten Schwedens. Von Växjö aus sind es ca. 1:50 Stunden Fahrzeit, bis man in der Gemeinde Borgholm aufschlägt.

Von dort aus haben wir auch das Inselchen, welches nur ca. 137km lang und 16km breit ist erkundet.

Burgruine Borgholm und Sommerresidenz der Könige
Da wir ja schon direkt in Borgholm waren, war der Weg zur alten Burgruine Borgholm nicht mehr weit. Mit sehr gut erhaltenen Mauern ist diese wirklich eine Sehenswürdigkeit, auch wenn sich der Gang ins Innere wohl nicht auszahlt.

Burgruine Borgholm


Ducky versucht die Burg zu erobern

Solide Mauern vereitelten die Angriffe der Dänen


Auch Könige brauchen mal Urlaub. Auch wenn Schweden nur noch eine konstitutionelle Monarchie ist und schon lange den "Riksdag" besitzt, der mit 349 Abgeordneten gefüllt ist, brauchen auch die "Oberhäupter" der Bevölkerung hier, Carl XVI Gustaf und seine Familie ein Plätzchen, wo man sich so ab und zu zurückziehen kann.
Dieses Plätzchen (wohl mehr ein Anwesen) befindet sich auf Öland. Mit dem "Solliden Palace" haben sie hier ein nettes Häuschen stehen, in dem es sich wohl wohnen lässt. Mit verschiedenen Gärten in verschiedenen Stilen, Crocket-Feld, Park, Tennisplatz usw lässt sich hier die Zeit gut vertreiben.

Eingang zum Solliden Palace
Solliden Palace
Gepinkelt wird auch im königlichen Garten

Sitting, Waiting, Wishing

Fingerprints mal anders
Als Gärtner hat man hier wohl einen krisensicheren Job
Kopfsache
Atalanta


Gräberfeld bei Gettlinge, Windmühlen
Im südlichen Teil der Insel befindet sich das Gräberfeld von Gettlinge, welches zurückgeht in die Bronze- und Eisenzeit. Auch wenn die Hügelgräber jetzt nicht so außerordentlich imposant sind, sind sie durchaus einen Halt Wert.

Windmühle in Mitten der Gräber (die Steine)

Überall über die Insel verteilt findet man Windmühlen, die gut erhalten sind und jetzt von verschiedenen Vereinen restauriert werden.

Kleine aber feine Reisegruppe: v.o.n.u: Georg, Christina, Magdalena, Verena, Frida (unser schwedischer Tourguide *gg*), Jelle, Franz-Josef und Margarida

Fort Eketorp und der Süden
Weiter im Süden der Insel gibt es noch ein nettes, jetzt wieder aufgebautes Fort zu sehen: Fort Eketorp. Es war eines der ersten Forts hier auf der Insel und wurde jetzt wieder restauriert um dort Freiluftaufführungen usw zu machen.

Fort Eketorp
Mauerwall

Ich konnte einfach nicht anders, es hat in den Fingern gejukt.

Der südlichste Punkt auf dieser Insel wird duch den Leuchtturm Långe Jan markiert. In Mitten des Naturreservats von Ottenby steht dieser Turm um Schiffe die von Süden kommen auf die Insel hinzuweisen.

Långe Jan

Leuchtturm

Das Reservat an sich ist sehr beliebt bei Biologen  und dient auch als Vogelwarte. Viele Gänse, Schwäne und andere Wasservögel nutzen die natürlich geschützte Bucht vor Ottenby als Nistplatz oder Schlafstätte.

Alles in allem ein sehr schöner und netter Trip, der neben einigen endlosen Lachsalven die Natur und Landschaft Schwedens wieder näher brachte.

PS: wie immer kann Rest der Bilder hier gefunden werden: Trip to Öland

Hej då,
Harald