Mittwoch, 30. Juli 2025

Lagginhorn Südgrat (4.010m)

Facts
Gipfel / Höhe Lagginhorn (4.010m)
Am Gipfel amMi, 30.07.2025, ca. 09:20 Uhr. Aufbruch ca. 4:25 Uhr (ca. 5h Geh- bzw. Kletterzeit zum Gipfel, weitere 2h50min bis Kreuzboden)
Land / RegionSchweiz / Wallis
Art und SchwierigkeitHochtour, ZS, bis 3a (III)
Höhenmeter1035 Hm↑ - ca. 1780 Hm↓
TourenpartnerRoman
RouteHohsaas - Lagginjoch - Südgrat - Gipfel - Normalweg - Hohsaas

Die Nacht war kurz, obwohl wir erst spät starteten, aber ich konnte kaum schlafen. Einer im Zimmer schnarchte derartig, dass manch andere sogar schon ausziehen wollten. Wir haben dann den Schnarcher geweckt und ruhig geschafft. Dennoch war die Nacht dann dahin. Zu lange hatte ich wohl am Tag davor geschlafen. Zudem kam noch die Höhe, startete ich doch direkt im Wallis wieder von 3200m weg. Und auf dieser Höhe zu schlafen nach 10 Tagen im Tal ist hart.

Das Frühstück war erstaunlich gut und vielseitig. Aber man ist ja auch nicht auf einer SAC Hütte sondern einem bewarteten Bergrestaurant, welches direkt neben der Bahn liegt und somit alles günstig anschaffen kann. So konnten wir uns gut stärken und abmarschbereit machen, bevor wir dann in den Nebel starteten.

Wir nahmen den unteren Zustiegsweg, stiegen also wieder etwas von der Hütte ab um dann über den Gletscher in direkter Linie aufzusteigen zum Lagginjoch, welches schnell erreicht war - zu schnell eigentlich, wollten wir doch hier erst bei Tagesanbruch stehen. Die Entscheidung vom Vortag, den Südgrat auf das Lagginhorn zu gehen überdachten wir noch kurz einmal, als wir im ersten Tageslicht den Nordgrat des Weissmies sahen. Doch schon bald war klar: das wird nichts werden. Viel Schnee, viel zu windig, viel zu kalt, eine volle Winterbegehung. 

So stiegen wir dann in den Südgrat ein. Angeseilt ging es immer im lockeren Blockgelände hoch, alles am laufenden Seil. Ostseitig war es fast wohlig warm, denn dort war man vor dem zügigen Westwind geschützt. Und so warteten wir auch ostseitig auf den Sonnenaufgang, etwas geschützt. Und die Sonnenstrahlen taten gut und wärmten schön. 

Mehr oder weniger alles am Grat kletternd, wenig in die Flanken ausweichend, gelangten wir rasch nach oben und standen schon bald vor den ersten Gendarmen, welche entweder kurz überklettert oder umklettert werden mussten - jedoch alle nicht schwierig. Nicht nur die Gendarmen nahmen nach oben hin zu, auch der Schnee und der Anraum. Vor allem letzterer machte uns teilweise etwas Mühen, mussten wir diesen doch zuerst abschlagen oder mühsam abtreten, um überhaupt irgendwo steigen oder greifen zu können.

Fast am höchsten Punkt des Grates folgten dann ein paar kleine Abseiler und dann etwas die Wegsuche. Es hatte viel frisch eingeblasenen Schnee in den Flanken, der extrem locker war und ungünstig zu begehen. Wir mussten immer etwas vorsichtig gehen, wussten wir doch nicht, was unter dem Schnee war. Teilweise spurte Roman, teilweise ging ich voran, um den Weg zu suchen. 

Nach nicht ganz fünf Stunden standen wir dann am Gipfel. Noch immer unter der Führerzeit für diesen Grat, obwohl wir ihn bei winterlichen Bedingungen begingen. Also dürfte ich gar nicht so arg geschnauft haben hier hoch.

Den Abstieg machten wir seilfrei. Im oberen Teil des Normalweges war guter Trittfirn drinnen und eine super Spur. So konnten wir die ersten 300 Höhenmeter zügig ablaufen. Im anschließenden Blockgelände nahm langsam der Fels überhand und so legten wir die Steigeisen ab. Auf den glatten Platten danach war es ohnehin besser mit der Profilsohle der Schuhe zu gehen wie mit Steigeisen. Zügig kamen wir weiter ab und standen schon bald am Fuße des WSW-Grates und somit am Wanderweg.

Bei den Weissmieshütten unterhielten wir uns kurz mit Kollegen von Roman und setzten dann den Weg zur Kreuzboden-Bahn fort, wo wir dann gemütlich ins Tal schwebten, zu Ovomaltine und Saaser-Nusstorte.

Harald


"Do kummt di Sunn" - Immer ein schöner "wärmender" Moment.

Noch mit steifen Knochen geht es los im Blockgelände.


Von höher oben: ein Blick zum Nordgrat aufs Weissmies. Auch etwas winterlich dort.

Viel Anraum, vor allem nach oben hin.

Sehr schöne Kletterei über die letzten kleineren Gendarmen.

Und die Sonne drückt nun immer mehr.

Und taucht das Monte-Rosa und Mischabel-Massiv in ein schönes Licht.

Viel "Kraxelei" liegt noch vor uns.

Hier an der Schlüsselstelle: ein kurzer Riss, der nach rechts zieht. Wenige Züge, und man ist vorbei.

Einer der letzten großen Gendarmen.

Nun folgen wir dem Grat fast immer oben.

Bis wir durch viel Anraum doch etwas ausweichen müssen.

Aber eine sehr schöne und ausdauernde Kraxelei.

Blick zurück: schon einiges am Grat gemacht.

Ab und zu suchen wir dann vor dem Wind Schutz, so wie hier, kurz vor dem Gipfel.

Am Gipfel war dann großer Andrang. Am Normalweg waren viele Leute unterwegs. Manche davon wollten auch den Grat klettern, stiegen dann aber um.

Blick zurück zum oberen Teil des Normalweges. Die angenehme Firnspur machte uns den Abstieg leicht.

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