Donnerstag, 14. Oktober 2010

Ein Stück Kultur: Eishockey in Schweden

 Hej hej,

nachdem der Sonntagnachmittag nach dem Oktoberfest sowieso etwas flau anlief kam der Auftritt des lokalen Eishockeyteams gerade recht, um einen lustigen und spannenden Abend in der Eishalle zu verbringen.

Mehr als 20 Leute hier vom Campus brachen also am früheren Nachmittag mit Rad oder dergleichen auf, um in die Stadt zur Eishalle zu kommen. Dort angekommen gabs mal eine Stärkung die aus Burgern und Cola bestand. Auf Bier hatte irgendwie keiner so richtig Lust :-)

Nachdem wir uns gute Plätze in der Halle sicherten (im Fansektor der Växjö Lakers) durften wir vorerst noch den Clubs beim Einspielen zusehen. Schon hier stellte sich heraus, dass der Goalie der Malmö Redhawks an diesem Tage nicht so fit war. Obwohl es nur das Einschießen war, landeten mehr Puks im Goal als in seinem Fanghandschuh.

Nach einem grandiosen Einzug der Växjö Lakers in die Halle zu Spielbeginn wurden später auch die Gäste gebührend empfangen: mit einem netten Pfeifkonzert. Fairness voran ;-)

Das Spiel an sich war gut und durch die Anzahl an Toren die fielen auch nicht langweilig. Schon nach wenigen Minuten gingen die Lakers in Führung und gaben diese auch über die ganze Zeit des Spiels nicht mehr aus der Hand. Nach ca. 15 Minuten stand es bereits 5:1 für die Lakers, was zum Freudentaumel im Fansektor sorgte.

5:1 für die Lakers ... nicht schlecht ;-)

Auch nach dem Seitenwechsel im zweiten Drittel änderte sich an der Situation nicht viel. Bis auf den Fakt, dass dem Goalie der Lakers teilweise langweilig wurde, spielte sich das Geschehen abermals mehr vor dem Tor der Gegner ab.

"Laaaa Leeee Luuuu ... ich üb mal"


Nachdem das letzte Drittel so begann wie die anderen aufgehört haben, mit einigen Toren, stand es dann 7:3 für die Lakers. Diese liesen dann über das Drittel hinweg nichts mehr anbrennen und spielten den Sieg locker nach Hause.

Shake Hands

Eine lustige Partie, die durchaus Lust auf mehr macht. Vielleicht sehen uns die Lakers ja ab und zu wieder in der Halle.

PS: der Rest der Bilder zum Spiel: Lakers Game

Bye,
Harald

Besuch aus der Ferne: Deutschland goes Sweden

Hallo,

mein erster Besuch hier im hohen Norden war Marinca. Sie kam auf einen Sprung vorbei, nachdem sie sowieso eine kleine Weltreise durch Schweden geplant hatte. Auf ihrem Weg von Kopenhagen nach Stockholm liegt Växjö ja am Weg, worauf hin sie gleich mal hier stehen blieb und mit mir die lokale Szene unsicher machte.

Nach einem kleinen Powernapp (den sie wohl dringend notwendig hatte) gings also Freitagabend zuerst zur Preparty ins wohlbekannte PG16:3, wo mit dem, von ihr mitgebrachtem Rum, großzügig angestoßen wurde.
Nachdem sie sich als offen erwies und meine Kollegen ja nicht sehr scheu sind, hatte sie gleich mal ein paar Freunde, mit denen sie dann später auch die Nacht im Stallarna unsicher machte. Jelle und sein Bruder sowie der Krawatten-Timmy wurden für diesen Abend die Tanzkollegen in der Szene.

Marinca will Tim doch wohl nicht würgen, oder?

Jelle, Marinca, Jelles Bruder und Tommy aus den USA

Nachdem der Hangover nächsten Tag doch etwas stärker ausfiel entschlossen wir uns mal langsam zu beginnen. Eine Führung bei strahlendem Sonnenschein und traumhaftem Herbstwetter am Campus mit Campusgebäuden, dem zugehörigen Schloss und den Seen rund ums Teleborg Slotts brachte uns wieder auf Vordermann, bevor wir uns für das anstehende Oktoberfest vorbereiteten.

Nach einem ausgiebigen Abendessen mit Kollegen gings also später am Samstagabend noch aufs "Oktoberfest". Von vielen perfekt organisiert war PG16 diesen Abend geschmückt wie in München. Mit echtem Paulaner Oktoberfest-Bier und Würstl mit Bretzn lies sich der Abend gut über die Runden bringen ;-)


Die zwei feschn Dirndl Valerie und Christina

Nadja und Christina

Nach einer langen Nacht gabs nächsten Tag mal wieder etwas später Frühstück. :-) Frau musste sich dabei gleich mal mit einem riiiiiiiesen Omelette stärken. Frisch gestärkt gings dann auf in den verbleibenden Tag.

Für diesen Nachmittag war dann noch eine kleine Darbietung der lokalen Eishockeymannschaft am Plan. Doch was dabei genau geschah ist eine andere Geschichte ;-)


So far, so good,
Harald

Mittwoch, 13. Oktober 2010

Es wird Herbst in Schweden

 Hej hej från Sverige,

nach einem außergewöhnlich schönen Spätsommer (zumindest laut den Schweden hier am Campus) erleben wir jetzt gerade den wohl schönsten Herbst hier seit langem. Es ist schon wochenlang schön mit strahlendem Sonnenschein bei ca. 10 Grad (morgens immer etwas Reif, aber sonst ok).

Wie man sich das nun vorstellen kann verbindet sich so ein Wetter super mit den hier vorherrschenden Bedingungen was die Landschaft angeht. Die ganzen Seen und Wälder (es sind viel Birken und Ahorn-Bäume hier) rund um den Campus bieten sich da super an, die schwedische Natur auch im Herbst zu erleben und dies auch fototechnisch festzuhalten.

Der wunderschöne See Trummen am Campus und das Schloss bieten da die perfekten Voraussetzungen für einen "Fotowalk". Hier die Ergebnisse davon.




PS: alle Bilder sind hier zu sehen: Höst i Växjö

Hej då,
Harald

Sonntag, 3. Oktober 2010

Trip nach Mölnlycke und Göteborg

Hej hej,

um auch im Oktober was auf den Blog zu schreiben gehts mal los mit der Geschichte zum Trip nach Göteborg und Mölnlycke (kleine Stadt etwas südlich von Göteborg).

Eingeladen von zwei schwedischen Mädls (Frida und Peggy), die dann auch als Tourguides fungierten, gings an einem Samstag zusammen mit Claudia und Franz-Josef nach Göteborg, wo wir bei Frida übernachteten. Dort angekommen wurden wir mal verköstigt um später zu einer schwedischen Preparty aufzubrechen, die in Göteborg bei Peggys Freunden im Gange war.
Schweden ist ja etwas eigenartig was das Partyverhalten der Leute angeht, wenn man zB aus Österreich kommt. Die Leute hier (natürlich gibt es immer Ausnahmen) gehen so ca. nach folgendem Prinzip vor: zu Hause gibt es zuerst eine Preparty, bei der billiger Alkohol getrunken wird, bis dieser anfängt zu wirken. (Alkohol wird in Schweden ja staatlich kontrolliert und ist deshalb so hoch besteuert, dass er zu teuer ist). Danach wird ausgegangen und im Club/Pub/Lokal holt man sich dann nur noch die "Luxuspromille" + die charmante Begleitung für den restlichen Abend. Wenn Schweden so auch recht ruhig und zurückhaltend wirken mögen, so sind sie umso offensiver wenn sie zum Alkohol greifen.
Nach der Preparty gings also los um die Innenstadt von Göteborg unsicher zu machen.

Was lustig begonnen hat muss auch lustig enden: mit Frida am Beifahrersitz, die aus dem Fenster deutet und "Älg" (Elch) ruft. Auch der Taxifahrer, der gerade am reden mit Frida war und deshalb nicht so wirklich auf die Straße geachtet hat, war etwas überrascht, entschloss sich dann aber doch noch zu bremsen. Wer schon mal in Österreich das "Vergnügen" mit einem Reh auf der Straße hat und denkt, sowas ist groß, der sollte mal nach Schweden kommen. Obwohl wir in einem Mini-Bus saßen (wir waren ja 6) war der Elch .... ich sag mal riesig. Hier würde der Tip des ÖAMTC mit "Ausweichen um einen Aufprall zu vermeiden" durchaus Sinn machen. Leider gibts kein Bildchen von dem Vieh .... das kann ziemlich schnell sein wenn es mag.


Spaziergang durch den Wald und rund um Nordsjön
... oder: "wir sind eh gleich da"

Da ein Teil unserer Runde doch etwas verkatert war am Sonntag entschlossen wir uns die Tour nach Göteborg erst am Montag zu machen und dafür am Nachmittag eine Tour rund um den See Nordsjön zu machen - Fridas Heimatsee. Geplant und angekündigt als 2,5-3 Stunden Tour gings von Fridas Haus los, mit Frida als Guide. Die ersten paar Kilometer vergingen ja wie im Fluge: schöne Landschaften, der Ausblick über den See, tiefgrüne Wälder und Wiesen ... schön wars.
Doch nach so ca. 2 Stunden (als wir ja eigentlich schon fast wieder zurück sein hätten sollen) suchten wir dann mal nach einer weißen Brücke (laut Frida), die eine Verbindung zw. 2 benachbarten Seen überbrücken sollte. Die "weiße" (sie war braun/schwarz) Brücke gefunden gings nun weiter und nach ca. einer weiteren Stunde sahen wir Fridas Haus wieder .... mit dem Teleobjektiv meiner Kamera vom gegenüberliegenden Ende des Sees. Kurz die Karte gecheckt stellten wir fest, dass wir erst ca.die Hälfte des Weges hinter uns hatten.
Also gings auf, den Rest der Strecke (wir haben nachgemessen, es sind ca. 12km) zu schaffen. Quer durch den Wald, über Stock und Stein gings weiter. Wage Beschreibungen von Frida führten uns dann doch recht oft in die falsche Richtung, was wir dann aber doch bald merkten. Irgendwie schien auch mein Tipp bei ihr nicht ganz angekommen zu sein. Wo wir das Haus verliesen war der See auf unserer rechten Seite. Wenn man also eine Runde geht, so sollte der See immer rechts bleiben. Komisch dass er dann mal links war - mir aber keiner glauben wollte das wir falsch gehen *gg*.
Frida, die sich dann irgendwie nicht mehr so richtig als ortskundig erwiesen hatte, versuchte uns dann nach Stunden mit folgenden Sprüchen aufzuheitern: "Ich weiß ihr wollt das jetzt nach 5 Stunde nicht hören, aber das ist der Weg den ich normalerweise immer gehe".
Nach gut 5,5 Stunden sind wir dann doch wieder bei ihr daheim angekommen und wurden freundlicherweise von Peggy und Fridas Eltern empfangen. Mit einem Schnaps :D.
Nichts desto trotz wars lustig. Wir hatten Spaß, "Auslauf" und sahen viel von der Natur in Schweden.
Als Stärkung gabs am Abend ein wunderbares Abendessen von Fridas Mutter mit schwedischem Apfelkuchen als Nachtisch.
Um den Tag noch zu vollenden entschlossen wir uns ein Bad zu nehmen ... im See vor Fridas Haus. Wassertemperatur 13 Grad, Außentemperatur ca 10 Grad. Nur die Sauna konnte uns dann wieder aufwärmen.

Fliegenpilz auf schwedisch???

Moos
"Und wenn ich mal groß bin, bin ich ein Steinpilz"
verlassenes Boot am See


Göteborg

Nächsten Tag gings dann ab nach Göteborg, wo wir uns wieder auf den Tourguide Frida verliesen. Sie machte aber den Eindruck, in der Stadt sattelfester zu sein als im Wald, woraufhin wir ihr wieder unsere Vertrauen schenkten. Eine ausgedehnte Tour führte uns vom Hauptbahnhof in Göteborg, vorbei am "Göteborg Eye" zur Oper, von dort über die Einkaufsstraßen zum Platz wo Gustav Adolf Göteborg gegründet hat. Die Fortgehmeile auch bei Tag betrachtet führte uns diese Straße zur Statue von Neptun, der leider diesesmal ohne Wasser auskommen musste. Vorbei an der Uni von Göteborg gings dann in Richtung Altstadt, wo wunderschöne alte Ziegelsteingebäude das Bild prägen. Nach einer kurzen Stärkung gings weiter wieder zurück Richtung Hafen und Markt, vorbei am Feskekörka, dem Fishmarkt.

Göteborg an sich ist eine sehr schöne Stadt, was jetzt meine Meinung angeht. Nicht zu groß und nicht zu klein (ca. 500.000 Einwohner im Zentrum, 900.000 mit der näheren Umgebung eingerechnet), ausgestattet mit einem guten öffentlichen Verkehrsnetz (Busse, Straßenbahnen) und einer schönen Lage am Meer lässt es sich hier durchaus leben.
Auf alle Fälle ist Göteborg einen Stopp Wert wenn  man Schweden besucht. Zudem gehört Göteborg ja zu den drei größten Städten in Schweden. (Stockholm, Göteborg, Malmö)

Ducky @ Fridas Haus
The "Gothenburg Eye"
Peggy genießt die Sonne
Die Oper in Göteborg
Gründer Gustav Adolf
Typische Gebäude in Göteborg
Kirche in Göteborg
Nacht in Mölnlycke am See Nördsjön



Mölnlycke

Den Abschluss unseres Ausflugs bildete dann ein kleiner Tripp durch Mölnlycke, Fridas Heimatstadt. Mit nur ca. 15.000 Einwohnern ist diese Stadt in etwa vergleichbar mit Wolfsberg. Schön gelegen an einem kleinen Hügel gibts dort wunderschöne Parks und kleine Seen und Teiche, die bei einem Kurztripp durch Mölnlycke besichtigt werden können.

Steg beim Hause Lindqvist
Saunahaus @ Lindqvists
Es wird Herbst
Teich im Wald
Friedhof in Schweden
Kunst in Mölnlycke

Am Ende des Tages gings dann wieder zurück nach Växjö, wo wieder der Uni-Alltag wartete.
Alles in allem war es ein super Ausflug. Danke nochmals an Frida und Peggy, fürs Dolmetschen und uns schwedisch beibringen.

PS: der Rest der Bilder:
Wandertag:  hier
Göteborg: hier
Mölnlycke: hier

Hej då, Harald