Dienstag, 6. August 2013

Auf zwei Rädern durch die Pyrenäen

Grüezi zsäme,

lang hats gedauert und es is ja auch schon sehr lange her, aber nun kommen endlich ein paar Zeilen zum Motorradtrip mit Alex und Thomas, nachdem mein "Fauxpas" mit der Hand ja zur "Kletter- und Hochtourenpause" zwingt. Zumindest gibts mal die Infos zur Strecke an sich, ein wenig Text und ein paar Bildchen.

Die Strecke Baden - Livorno
Von Baden in der Schweiz gings für mich am Samstag ziemlich früh los in Richtung Livorno - ich wollte schon zu Beginn einige Pässe machen und durch die Toskana fahren (da war ich eh noch nie). Über den Gotthard-Pass, wo damals noch Schnee lag bis nach Milano, und von dort dann über Parma und La Spezia Richtung Süden. Bei Berceto gings dann von der Autobahn wieder runter und über einige Pässe dort quer durch die Toskana nach Fivizzano, dann Richtung Sarzana und Massa. Die Pässe und Straßen waren traumhaft. Dort konnte man stundenlang mit dem Bike "cruisen" und es gab immer Abwechslung. Das war auch der Grund warum es dann schon recht spät war als ich in Massa ankam, und da ja die Fähre pünktlich ablegte und wir entsprechend davor dort sein mussten, entschied ich mich, über die Autobahn die letzten 60km nach Livorno zu fahren. Die Küstenstrecke an sich wäre aber sicher  lohnend gewesen, zumindest sagt das der ADAC Tourenführer.
Gotthardpass in der Schweiz

Anfang Juni noch immer tief verschneit

Toskana in der Nähe von Fivizzano

In Livorno war es dann für mich also schon recht spät. Ich kam dort ca. um 20 Uhr an. Die Fähre legte um 23:30 ab und alle Leute mit Fahrzeugen sollten entsprechend 1,5 Stunden davor dort sein um ihren motorisierten Untersatz zu verladen. Ich hatte also noch etwas "Spatze", aber die habe ich auch gebraucht: in Livorno den Hafen zu finden ist leicht. Am Hafen die richtige Fähre zu finden nicht so. So verbrachte ich also mal gut und gerne eine Stunde damit, den "Check-In" Schalter zu finden und mich und mein Bike anzumelden. Zu diesem Zeitpunkt kam mir dann in den Sinn, dass ja auch Alex und Thomas um 20 Uhr in Livorno sein wollten, bis jetzt aber noch nicht in Sicht waren. Mal ein SMS an die beiden und die Antwort lies nicht lange auf sich warten: "Wird wohl noch a Stunderl dauern". Zu dem Zeitpunkt wars aber schon 21 Uhr. Eine weitere Stunde würde also heißen dass es mit dem Verladen der Bikes von den Zweien knapp werden würde. Naja, ich konnte nun eh nichts an der Sache ändern und lies mich mal von einem Mann im Fiat zur richtigen Fähre geleiten. Nachdem unser Ziel ja Barcelona war und ich nun vor einer griechischen Fähre stand war der "Check-In-Mensch" dort auch wenig verwundert, dass ich noch zwei Mal explizit gefragt habe, ob die Fähre eh Barcelona fährt.
Tja ich bin dann mal an Bord und hab dort angefangen das Tagebuch des ersten Tages zu schreiben. Nachdem dazu das erste Corona recht schnell verdunstet ist und die andere noch immer auf sich warten liesen genehmigte ich mir noch eines. Es dauerte dann auch recht lange, bis Alex und Thomas nachgekommen sind. Kurz vor halb zwölf kamen sie dann aber endlich nach - so quasi am letzten Drücker.

Nun lag eine 24-stündige Fährenfahrt vor uns, die uns einmal quer über das Mittelmeer in Richtung Barcelona brachte. Und um so viel Zeit totzuschlagen gabs nicht so viel Angebot auf der Fähre. Ein Restaurant das wir dann auch gleich einmal testeten und später die Bar an sich. Nach der Flasche Wein zum Essen gingen die Bierchen später auch ganz zügig runter, bis wir uns dann so gegen drei Uhr am Morgen in die Kabine gingen. Ankunft in Barcelona war ja erst für 19 Uhr am Abend geplant, also hatten wir kein schlechtes Gewissen einfach ewig zu schlafen - wobei Alex das ja sowieso nie hat.

In Barcelona angekommen gings dann schnell ab zum Hotel und dort in der näheren Umgebung dann zu einer Tapas-Bar, wo wir noch schnell ein paar Bissen einworfen, bevor wir uns ins Bett begaben.

Die Pyrenäen-Rundfahrt
Nachdem wir ja bis jetzt nur zwei Fixpunkte unserer Reise kannten (Livorno mit dem Ablegen der Fähre und am Ende Barcelona mit dem Ablegen der Fähre), gings im Hotel dann mal darum, zumindest die Strecke für den ersten Tag festzulegen. Ich hatte ja eine ADAC Karte dabei die die schönsten Motorradstrecken in den Pyrenäen zeigte. Wir hielten uns also an diese Vorschläge und suchten uns als ersten Stopp Berga aus, von wo aus wir an zwei Tagen Touren unternehmen wollten. Die restliche Strecke ergab sich dann nach Gefühl und Vorlieben.
Im Groben die Strecke. Leider kann Google Maps nur 20 Wegpunkte speichern, deswegen die "grobe" Streckenführung. zB fehlen die Trips um Berga und die Strecken von Ripoll nach Berga usw. die mit Abstand die schönsten waren.

Tag 1:  Barcelona, Torello, Berga, Ripoll, Ribes, Collada de Toses, Urtx, Puigcerda, Ger, Berga
Am Anfang gings also von Barcelona weg in Richtung Norden aus der Stadt raus und dann recht direkt in Richtung Torello, von wo wir dann nach Westen fuhren um unseren ersten "Stützpunkt" in Berga zu beziehen.
Die Fahrt nach Torello ging noch größtenteils über Schnellstraßen, da wir einfach dem Gewirr auf den Straßen rund um Barcelona entkommen wollten. Von Torello weg gings dann aber über die vom ADAC Guide empfohlenen Routen nach Berga. Es war die erste Route die wir so richtig schön fahren konnten. Und um genau zu sein war die Route so schön, dass wir sie am selben Tag nochmal fuhren, und am Tag darauf, und am Ende unseres Trips nochmals. Berga und die Umgebung hats uns einfach angetan.
Neben dieser schönen einen Straße gabs um Berga rum auch die Möglichkeit schöne Pässe zu fahren, was wir auch am ersten und zweiten Tag taten.
Am ersten Tag ging es über den "Collada de Toses" in Richtung Urtx und Puigcerda, Ger und dann wieder nach Berga zurück. Der Pass war ein Traum und die Aussicht die sich dort oben bot legendär.

Unser erster Pass: schön (flott) gings da raus

In der Nähe von Ger und Urtx: Ausblick in Richtung Andorra

Abends gabs dann wie eigentlich jeden Tag ein paar Bierchen, bei denen das Erlebte auf den Motorrädern analysiert wurde und die Breite des verbleibenden Schisserstreifens zur Sprache kam. Letzterer wurde aber schon bald vernichtet, zumindest bei den 180er Reifen von Alex und mir. Thomas tat sich da etwas schwerer mit seiner 1000er und den 190er Bock drauf.

Tag 2: Berga, Sant Llorenc, Tuixen, La Seu, La Forga, Andorra la Vella, Ordino - Porta - Carol, Ur, Ribes, Ripoll, Berga
Am zweiten Tag unserer Tour ging es im Prinzip beinahe in die selbe Region, doch anstatt nordöstlich von Berga in Richtung der dortigen Pässe zu fahren, ging es diesesmal zuerst leicht westlich nach Sant Llorenc und von dort dann erst nach Norden um ca. gegen Mittag dann in Andorra la Vella in Andorra an sich ein sehr leckeres Essen zu genießen. Dort stand dann noch einer der höchsten Pässe für uns an, nachdem wir uns entschieden haben Andorra über Frankreich wieder zu verlassen und nach einem kurzen Abstecher durch Frankreich am Abend wieder in Richtung Süden und somit Berga zu fahren.
Auf der spanischen Seite der Pyrenäen sind die Straßen ein Traum. In Andorra waren sie annehmbar, aber auf der französischen Seite der Pässe waren sie schlecht. Ein Grund mehr für uns, so schnell als möglich wieder nach Spanien zu kommen, und dort die von unserem EU Geld finanzierten Passstraßen zu genießen.


Tuixen

Höchster Pass in Andorra (Port d'Envalira): kurz vor der Grenze zu Frankreich

Tag 3: Berga, San Llorenc, Solsana, Isona, Tremp, Senterada, Campo, Samper, Jaca
Der Guide gab nun in der Region um Berga keine neuen Straßen mehr für uns her, weswegen wir am dritten Tag unserer Reise dann in Richtung Westen aufbrachen, um Kilometer nach Pamplona runterzuspulen. Wir entschieden uns dann für ein kleines Zick-Zack und klapperten dabei einige Pässe ab bzw versuchten so gut als möglich den empfohlenen Straßen des Guides zu folgen.
Im Großen und Ganzen war dieser Tab aber wie gesagt nur ein "Streckentag". Wir wollten einfach so gut wie die Hälfte der Strecke nach Pamplona schaffen, was wir letzten Endes auch locker taten.




Neben der super schönen Aussicht gibts hier noch 2 andere Dinge zu erwähnen: einerseits Jaca an sich, das eine ausgestorbene Stadt ist, wie man sie nur aus den Medien kennt, und andererseits ein schweizer Pärchen die mit einer umgebauten Suzuki Hayabusa die Straßen um Jaca unsicher machten.

Jaca ist vom Aussehen her eine größere Stadt. Viele große Wohnsiedlungen, viele Einkaufszentren etc. Doch wenn man genauer hinschaut wird einem klar, dass dort niemand wohnt und lebt. Lediglich das Stadtzentrum ist bewohnt. Die gesamten Siedlungen außerhalb sind einfach menschenleer. Das es so etwas in Spanien nach der Finanzkrise gibt kennt man aus den Medien. Es aber selbst einmal zu sehen ist etwas anderes. Man kann es einfach nicht glauben, dass eine voll funktionierende Infrastruktur dort steht, aber diese nicht genützt wird. Sie verfällt einfach wieder.

Das Pärchen mit der Suzuki trafen wir in der Innenstadt von Jaca. Beim Essen am Abend saßen sie am Nebentisch, und nachdem wir ja Deutsch sprachen und sie schon vermutet hatten, dass wir zu den drei Bikes gehören, kamen wir ins Gespräch. Und da stellte sich heraus, dass sie die Besitzer der verrückten umgebauten Suzuki sind. Eine Haiabusa umgebaut zu einer Beiwagenmaschine sieht man ja nicht alle Tage. Leider stelle ich gerade fest, dass keiner von uns drei das Ding fotografiert hat.

Tag 4: Jaca, Puerto de Oroel - Santa Maria, Puente la Reina, Pamplona
Die Strecke von Jaca nach Pamplona war recht kurz. Wir schafften das am Vormittag und hatten somit dann einen Nachmittag lang Zeit uns Pamplona anzusehen und abends die Stadt dort unsicher zu machen. Pamplona war ja nach Berga unser zweiter Ort, wo wir zwei Nächte blieben, um ihn als Basis für Tagestouren zu verwenden.

Es ging also am Nachmittag in Richtung Stadt, wo wir dann einmal typisches Sightseeing machten. Die Stierkampfarena, die Innenstadt, die vielen kleinen Gassen und Straßen. Und so tasteten wir uns dann auch von Tapas-Bar zu Tapas-Bar vor, um Wein, Sangria und eben Tapas zu verkosten. Angebote wie "1,90 EUR für ein Tapas und ein Glas Wein" lockten natürlich und so wurde der Abend auch ein längerer.

Pamplona

Traumhaft gutes Essen

Tag 5: Pamplona, Arraitz, Irurita, Puerte de Urto, San Sebastian, Aldudes, Urtasun, Pamplona
Der nächste Tag brachte wieder eine größere Runde, die uns über Arraitz und Puerte de Urto nach San Sebastian führte. Wir hatten also den gesamten Weg von der Mittelmeerküste bis zur Atlantikküste geschafft. San Sebastian ist eine kleinere Stadt an der Grenze von Spanien zu Frankreich am Atlantik und sehr für den Tourismus bekannt. Mehr als eine kurze Rundschau in der Stadt und einige Tapas wurden es aber nicht für uns. Wir fuhren dann am Nachmittag über Frankreich (Aldudes und Urtasun) wieder zurück nach Pamplona.

Pamplona an sich ist sehr schön und durchaus einen Besuch Wert. Auch haben die dort einen guten Mechaniker, wie wir am Abend feststellen. Nachdem ja Thomas in der 1000er Klasse unterwegs ist, und doch gerne mal "Stoff" gab, meldeten sich die Reifen nach einigen Tagen zu Wort. Der hintere war komplett abgefahren - man konnte schon das Gewebe unter dem Gummi erkennen und der Gummi an sich war bröselig und brach auf. Nur durch viel Glück und einigen Zufall fanden wir dann noch einen Händler, der auf Thomas' Kawasaki Z1000 noch am Freitag Abend um 19:30 Uhr noch neue Reifen aufzog. Gut is gangen und nix is gschegn - auf zum verdienten Feierabendbierli!

Der Strand von San Sebastian


Am Weg zurück nach Spanien: der ein oder andere Pass in Frankreich

1000ccm und 4500km später ...


Tag 6: Pamplona, Domino, Isaba, Bielle, Lanens, Col d Ausbique, Argeles, Gazost, Vielha
Wir waren nun am westlichen Ende der Pyrenäen und machten uns also langsam auf den Rückweg. Plan war ja, Thomas (den Franzosen) noch in Toulouse besuchen zu gehen und dann noch einige Tage in Barcelona bzw. an der Mittelmeerküste zu verbringen.
Wieder entschieden wir uns für einen "Kilometervernichtungstag" und fuhren von Pamplona über zig Pässe (die meisten davon werden bei der Tour de France auch gefahren) in Richtung Vielha, um von dort aus dann tags darauf in Richtung Toulouse aufzubrechen.
Die Fahrt dorthin war wirklich sehr abwechslungsreich und bot super Aussichten auf hohe Pässe, viele weite grüne Täler und zig kleine, typisch französische Dörfchen.

Abends in Vielha angekommen gings nach der Dusche auf zum Essen. Und diesesmal sollte es etwas fleischiges sein. Die Region dort um Vielha sei anscheinend dafür bekannt, also versuchten wir die Steaks, mit einem "Riesentomatensalatmix" als "Vorspeise". Resultat: alle vollgefressen und satt. Sehr gut wars.


Col d'Tournament: leider gesperrt aber anscheinend beliebt


Vielha: bestes Steak ever in Spanien!

Tag 7: Vielha, Bossost, Fos, St. Girars, Massat, Foix, Toulouse
Obwohl wir alle eigentlich keine Pässe in Frankreich mehr sehen konnten (ja, das gibts auch, dass einem die Kurven mal zu viel werden, speziell in Frankreich, weil die hier wirklich ganz eng sind) waren wir etwas enttäuscht und "angepisst" als der Col d Tournament gesperrt war. Das wäre der "König" der Pässe in Frankreich gewesen, aber leider lag oben noch zu viel Schnee. Nebs dem Fakt, dass wir also nicht über den Pass konnten, mussten wir auch noch ca. 50km wieder durch das lange Tal nach draußen fahren, um dann über Lourdes weiter nach Foix zu kommen um uns am Ende des Tages mit Thomas in Toulouse zu treffen.

Anfangs noch den Strecken des Guides folgend entschlossen wir uns dann zu fortgeschrittener Stunde aber doch die Schnell- und Autostraßen zu benutzen, um Kilometer in Richtung Toulouse zu machen. Dort wartete Thomas am frühen Abend schon mit kaltem Bier auf uns und zeigte uns die wichtigsten Dinge von Toulouse. Nach kurzem Sightseeing gingen wir zum kulinarischen Teil über, der in erster Linie den Besuch von einigen Pubs vorsah. Und nachdem die Leute auch hungrig wurden, brachte uns Thomas zu einem der besten Tapas Restaurants in Toulouse, wo es für uns gebratene Entenherzen, Gänseleberpastete, Pommes gebacken in Entenfett, Lachssalate usw gab. Gewöhnungsbedürftig sage ich jetzt mal, aber dennoch sehr gut. Nur viel kann man von bestimmten Dingen einfach nicht essen.

Foix

Toulouse


Tapas in Toulouse

Tag 8: Toulouse, Carcassone, Trebes, Maux, Sigean, Leucate, Port Vendres, Cadaques, Figueres
Nachdem die Nacht zuvor etwas kurz war da uns Thomas auch etwas in das Nachtleben von Toulouse einführte, ging es erst später von Toulouse weg in Richtung Figueres in Spanien. Wir entschlossen uns schnell wieder Kilometer zu machen und nach Spanien zu kommen, da dort erstens die Straßen besser und das Essen besser/günstiger war. Von Toulouse aus folgten wir zuerst den Schnellstraßen ostwärts nach Carcassone, einer Stadt mit einer wunderschönen Festung. Von dort aus gings leicht südlich in Richtung Küste. Über Leucate und Port Vendres ging es dann der Küste entlang wieder in Richtung Spanien.

Am frühen Abend erreichten wir Figueres, unser letzer Stützpunkt für Ausfahrten, bevor wir wieder nach Barcelona kamen.
Die Festung von Carcassone

Die Buchten um Leucate

Tag 9: Figueres, Olot, Ripoll, Sant Quirze, Berga, Ripoll, Olot, Bangdes, Figueres
Figueres liegt schon recht nahe an Barcelona. Wir planten also noch einen Tag eine Ausfahrt ein und am nächsten Tag dann die Weiterreise nach Barcelona. Somit ging es am ersten Tag von Figueres in Richtung Westen wieder ins Landesinnere: Berga stand wieder mal am Plan. Wir wollten noch ein letztes Mal die schönen Straßen in der Region um Berga genießen. Ansonsten gab es an diesem Tag keine besonderen Vorkommnisse, um es auf diese Art und Weise auszudrücken.



Tag 10: Figueres, Küste, Barcelona
Der letzte Tag auf den Motorrädern brachte uns dann von Figueres entlang der Küste langsam in Richtung Süden und somit nach Barcelona. An den typischen touristischen Stränden tummelten sich dabei an den Strandpromenaden hunderte Leute, die meisten von ihnen gegen 13 Uhr auf der Suche nach einem Hangover-Frühstück. Wir gesellten uns zur Gattung "ich-spreng-mir-die-Birne-weg" in ein Lokal am Strand und aßen dort mal zu Mittag, bevor wir dann am früheren Nachmittag wieder aufbrachen um die letzten Kilometer nach Barcelona zu machen.



Tag 11-13: Barcelona
Die letzten Tage waren reserviert für Barcelona. Nebst typischem Sightseeing in der Metropole von Spanien standen auch Barbesuche auf dem Programm. Barcelona ist eine schöne Stadt muss ich sagen, sie hat wirklich Flair und etwas zu bieten und wirkt obgleich ihrer Größe dennoch nicht so überfüllt wie zB Wien. Aber das kann auch einfach nur ein sehr subjektiver Eindruck sein. Aber bekanntlich sagen Bilder ja mehr als tausend Worte.


Die Sagrada Familia: a never ending story


Barcelona ist geprägt von Gaudi







Nach den letzten Tagen in Barcelona und der Rückreise auf der Fähre nach Genua gingen wir drei ab ca. Mailand wieder getrennte Wege. Während ich von Mailand aus direkt entlang der Autobahnen zurück nach Baden fuhr, hatten Alex und Thomas noch einen kleinen gemeinsamen Wegabschnitt vor sich, bevor Thomas dann über den Brenner wieder zurück nach Salzbug fuhr und Alex über Kärnten nach Wien.

Was bleibt da noch zu sagen: der Tripp war super lässig. Die Touren für Motorradfahrer im ADAC Guide für die Pyrenäen sind der Hammer und jedem zu empfehlen, der einfach schöne Bergstraßen liebt. Auch haben die Länder viel zu bieten, was das Kulinarische oder aber auch das Kulturelle betrifft. Dennoch habe ich vor allem auf den Pässen eigentlich immer ein lachendes und ein weinendes Auge gehabt. Nicht  zu ungern hätte ich auf dem ein oder anderen Pass Motorradjacke und Stiefel gegen Steigeisen und Pickel getauscht. Hochtouren oder Klettertouren sind in der Region sicher ebenfalls so schön. Aber das kommt dann beim Nächsten Besuch.

PS: der Rest von den Fotos ist auf Flickr zu finden: Motorradtour Pyrenäen

PPS: wie immer: wer Rechtschreibfehler oder sonstiges findet, darf sie behalten!


So long,
Harald

Samstag, 2. Februar 2013

One Night in Dubai

Tag zusammen,

nachdem ich nun ja schon wieder eine Woche in Österreich bin, fehlt noch immer ein Eintrag auf meinem Blog. Und da dieses Erlebnis ja zum Urlaub dazugehört, dachte ich mir, die Story muss noch online. Außerdem wollten ein paar Leute die Bilder sehen.

Etwas unfreiwillig hatte ich ja die "Gelegenheit" mir den Flughafen von Dubai etwas näher anzuschaun, da alle Flüge von und nach Dubai wegen des Sandsturms/Windes/Nebels verschoben wurden. Nicht dass ich den Flughafen nicht schon kennen würde - ich war ja schon einige Male dort im letzten Jahr (Hong-Kong, Nepal, Indien, etc.). Da mir aber nach der Landung gesagt wurde, dass mein Anschlussflug nach Wien nicht gewartet hat - wir sind übrigens um 17:15 gelandet und um 17:15 ist auch dieser Flieger abgehoben (also auf einer anderen Start/Landebahn) - ging ich mal zu einem der Emirates Service Counter. Dort wurde mir zwar nicht wirklich geholfen, aber ich hab mal einen Essensgutschein in die Hand gedrückt bekommen. Na wenigstens schon mal etwas. Mir wurde aber gesagt, ich soll zum Transfer Counter gehen, da die die neuen Tickets ausstellen und die Umbuchungen vornehmen.

Ich trottete also zu besagtem Schalter und hatte mal ein Nahtoderlebnis: gefühlt 100 Leute standen dort vor einem Transfer Counter, wo genau EIN (1!!!!) Schalter besetzt war. Da gings natürlich in einer wahnsinnigen Geschwindigkeit voran. Im 15-Minuten-Takt wurden dort Leute abgefertig. Also konnte ich mich schon mal darauf einstellen, dass am Ende des Tages meine Knie auf Höhe der Ohren sein werden - ich stand mir im wahrsten Sinne des Wortes ein bisschen die Beine in den Bauch.
Leute die etwas wollen, ungeduldig sind und zudem noch glauben, genau IHR Problem ist jetzt gerade das wichtigste von allen wissen sich aber zu helfen. Angefangen hats ja noch recht ruhig mit einzelnen Personen, die ihren Frust mit kurzen Ausrufen - auf deren Inhalt gehe ich hier aus Platzgründen nicht ein - kundgetan haben. Nachdem aber nach weiteren 30 Minuten oder so noch immer keine zusätzlichen Leute von den Emirates antrabten um die restlichen 5 leeren Stühle hinter dem Counter zu füllen, wurde die Menge unruhig und fing an lautstark zu brüllen, auf die Türen zu hämmern und doch recht kräftig gegen die Counter zu drängen. Emirates reagierte dann aber endlich und besetzte die leeren Stühle. Diese armen Leute dahinter konnten sich nun den Frust der Meute ergeben und versuchen, so schnell wie möglich die hungrigen Bestien abzufertigen.

Nach ca. 2 Stunden kam ich dann auch mal an die Reihe und durfte mein Anliegen vortragen. Langer Vortrag, kurze Antwort: "Tomorrow, 9:40. Here is you ticket and a meal voucher". Auf die Frage was ich nun 14 Stunden am Flughafen machen solle und den Hinweis, dass Leute in 14 Stunden öfters Essen zu sich nehmen als ein Mal ging der Beamte aber nicht mehr ein. Na was solls. Konnte mich eh nur damit abfinden und das Beste daraus machen.

Ich ging dann mal einen Kakao trinken und hab einen Muffin dazu verdrückt, während ich meine Spiegelreflexkamera geladen habe. Der Plan stand dann eh bald mal fest: da ich EU Bürger bin darf man ohne Visum nach Dubai einreisen und da der Flughafen ja in der Stadt ist, gings für einen Abend/eine Nacht ab in die große Stadt der Superlative.

Um ca. 21 Uhr am Abend brach ich dann auf. Mit der U-Bahn gings vom Flughafen in knapp 25 Minuten zum Burj Kalifa, dem höchsten Gebäude der Welt. Wer jetzt die U-Bahn in Wien kennt hat ein Bild davon im Kopf, wie das aussieht. Aber: FALSCH. Bis jetzt hatte ich nur in Shenzhen (China) und Hong-Kong annähernd eine so schöne, neue und saubere U-Bahn wie dort. Das Ding ist glaub niegel-nagel-neu, sauber, leise, super sanfte Beschleunigung, keine Rucker, nichts. Da glaubst du schwebst dahin. Zudem sind die U-Bahn Stationen so dermaßen sauber. Dort sieht eine U-Bahn Station so aus wie in Wien die Eingangshalle von der TU Wien. Alles mit großen Marmor/Granit (bin ja kein Geowissenschaftler) Fliesen ausgekleidet, schön hell beleuchtet.

Bevor ich dann zum Burj Kalifa und zum Dancing Fountain (der größte tanzende Springbrunnen der Welt) gekommen bin, musste ich durch die "Dubai Mall". Ohne Karte bzw Übersichtsplan könnte man sich darin ohne große Probleme verlaufen und würde selbst nach gefühlten 3 Wochen noch immer was Neues zum Anschaun finden. Ich weiß zwar nicht wie groß das Teil ist, aber ein Donauzentrum in Wien ist ein Kindergeburtstag dagegen. Ich wühlte mich dort also durch die Menschenmassen in Richtung Ausgang "Dancing Fountain / Burj Kalifa" durch und machte mir gedanklich schon mal Notizen, was ich den später vielleicht noch anschaun könnte.

Auf der anderen Seite vom Gebäude raus steht man dann vor dem "Address Hotel" zur Linken und dem "Burj Kalifa" zur Rechten. Ich kenne ja schon andere hohe Gebäude wie zB den CN-Tower in Toronto, den Sears (Willis) Tower in Chicage, das Empire State Building etc. und kann nun sagen: der Burj Kalifa ist wirklich hoch. Dort wo der Sears Tower aufhört fängt beim Burj Kalifa glaub die 6 Baustufe an und ganz weit oben, in weiter Ferne, sieht man das letzte rote Lichtchen leuchten für die Flieger. 828 Meter ist das Ungetüm hoch. Mein erster Gedanke war: "ich brauch ein besseres Weitwinkel oder muss weiter zurück, damit ich ihn ganz aufs Bild bekomm". Aber es ging sich mitm 18mm (~ 28mm auf der 500D) auf der Cam dann doch aus.

Ja, was gibts sonst noch zu sagen: Das Teil ist hoch und hat beim Fotografieren (es war ja Nacht) oben so gewackelt, dass man bei ca. 8 Sekunden Belichtungszeit Unschärfe im Bild hatte, weil sich der obere Teil bewegte. Die Mall und das Hotel sind der Wahnsinn und bieten jeden Luxus, den man sich nur denken kann. In der Mall gibts noch einen Eislaufplatz, wenn jemand bei 30 Grad Außentemperatur Lust auf Eis am Boden hat. Ich hab dann den Abend bzw einen Großteil der Nacht dort verbracht und mir die Mall angeschaut und die Gebäude drumm herum, und fuhr dann irgendwann in der Nacht wieder zurück zum Flughafen, da ich ja dachte, mein Checkin ist ab ca. 7 offen. Denkste: Flug hatte auch Verspätung. Um 13:30 oder so hoben wir dann endlich in Richtung Wien ab. Da hätte ich gleich noch dort in der Mall bleiben können und den Burj bei Tag fotografieren.

Und da ich nun keine Lust mehr auf Tippen hab, gibts Fotos. :)

Übersichtsplan eines Teils der Dubai Mall mit den 4 Stockwerken

Bücherladen: Marinca wäre hier wohl geblieben.

First Touch: Nokia Lumia 920. Sehr lässig das Teil. Und so flott. Wahnsinn! *habenwill*

"The Address Hotel"

Der Burj Kalifa: 828m hoch.

Der Dancing Fountain vor der Dubai Mall (leider hier nicht mehr in Betrieb).

Schöne Brücke über den Springbrunnen.


Einfahrt zur Mall.

"The Waterfall" in der Dubai Mall.

"The Waterfall"


Will jemand Eishockey spielen?



Aja, Victoria hat also auch in Dubai ein Geheimnis.

Mein nächstes Auto: Aston Martin Virage, 497 PS bei 570 Nm. Schönes Schubgerät ;-)

Die andere Seite der Dubai Mall.

Grand Entrance der Mall.

Kleines Aquarium gefällig?

Dubai Aquarium: anscheinend die größte Glas-Freifläche eines Aquariums weltweit. Geschätzt so an die 30 Meter lang und 7 Meter hoch. Wie das Zeugs dem Wasserdruck dahinter standhält ist mir ein Rätsel.

Yammieh!

Aja!


So long,
Harald